Edmund Mach, geboren am 3. 10. 1929 in Wien, gestorben am 9. 10. 1996 in New York. Aus einem ärmlichen, kleinbürgerlichen Elternhaus stammend, besuchte Mach die Mittelschule (heute Gymnasium) und inskribierte nach der Matura an der Universität Wien in den Fächern Englisch und Geschichte. Nach drei Jahren fand er keine Motivation mehr für das Studium und übte den Beruf des Tennislehrers aus. Im Alter von 28 Jahren kam er zum ersten Mal in die Niederösterreichische Landesnervenklinik Gugging, weil es ihm an „Lebensmut“ fehlte. Von da weg pendelte er zwischen dem Elternhaus in Gloggnitz und der Nervenklinik, sobald er einen schizophrenen Schub hatte. Er selbst sagte dazu später: „In puncto Logik habe ich das A und B unsicher in der Hand, daraus ergibt sich ein falsches C.“ Nach dem Tod der Eltern musste er in das Bezirksaltersheim ziehen, das dem Elternhaus gegenüberlag – Mach bezeichnete es als „Armenhaus“. Dort verbrachte er viele Jahre in einem Mehrbettzimmer, wenn er nicht in der Klinik war.
Mach verspürte keinen künstlerischen Impuls und war an Literatur wenig interessiert, begann jedoch 1965 durch den Kontakt mit dem Psychiater Leo Navratil mit dem Schreiben. Navratil: „Ich nannte ihm einen Titel, er begann hierauf sofort zu schreiben. […] Er schrieb alles auf, wie es ihm einfiel, meist eine Seite voll.“ Und zur Schreibtechnik Machs meinte Navratil: „Seine Dichtung ist sein Gedankenstrom, zu Worten geformt und schriftlich fixiert.“
Seit 1967 erschienen einzelne Texte von Mach in verschiedenen Zeitschriften und Büchern, zuerst noch unter den Pseudonymen „Otto“ und „Aloisius Schnedel“, dann unter seinem richtigen Namen. 1982 kam auf Betreiben des Künstlers André Heller im Medusa Verlag Machs erstes Buch „Buchstaben Florenz“ heraus. Mach wohnte in den 1980er-Jahren in dem 1981 von Navratil gegründeten „Haus der Künstler“ auf dem Gelände der Nervenklinik, wo er mit anderen schizophrenen Künstlern wie August Walla, Johann Hauser oder Oswald Tschirtner zusammenlebte. Als Schriftsteller blieb Mach immer im Schatten des erfolgreicheren (und literarisch zugänglicheren) Ernst Herbeck, der ebenfalls in Gugging lebte. Auf Herbeck aufmerksam geworden, fanden unter anderem Schriftsteller*innen wie Ernst Jandl, Elfriede Jelinek, Friederike Mayröcker oder Gerhard Roth Interesse an der „zustandsgebundenen Kunst“ (Navratil) und kamen nach Gugging, um die Künstler zu besuchen.
Ein großer Sehnsuchtsort von Ernst Mach blieben Zeit seines Lebens die USA. Von Navratil gefragt, ob es außer dieser Welt noch andere gebe, antwortete Mach: „Naja, es gibt Amerika.“ Der Versuch in den 1960er-Jahren, nach dem Tod des Vaters in die USA zu reisen, um dort als Holzfäller zu arbeiten, scheiterte in Neapel am fehlenden Visum. Erst 1996 erfüllte sich sein Wunsch und Mach konnte in Begleitung in die USA reisen und dort eine kleine Rundreise machen. Am Vorabend seiner Rückreise verstarb er im Hotelzimmer.

Sammlung

Zugangsdatum 2016
Umfang 1 Archivbox
Status Feinerschlossen
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Enthält Werke, Korrespondenzen, Lebensdokumente
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