In einem Regal liegt eine Vielzahl Handschriften in Archivboxen.

Die häufigsten Fragen an das Institut für Restaurierung

Sie besitzen ein altes Buch oder haben eine schöne – jedoch beschädigte – Grafik geerbt?

Nun stellt sich die Frage, was kostet eine Restaurierung und wie viel ist der Gegenstand wert?

Die Wertfrage ist oft eine relative. Das Werk kann für Sie einen ganz individuellen, ideellen Wert besitzen. Der Marktwert wiederum wird von Kunstsachverständigen geschätzt, Restaurator*innen sind dafür nicht ausgebildet.

Um die Kosten der Restaurierung abschätzen zu können, müssen Restaurator*innen das Objekt vor sich haben. Wie in der Medizin ist es auch in unserem Bereich nicht möglich, Ferndiagnosen oder -kalkulationen zu erstellen.

Es kann vorkommen, dass Teile des Textes in einem Buch fehlen. Bei der Restaurierung wird nur das fehlende Material – z.B. Papier – ergänzt. Die Schrift wird nicht ergänzt. Hätten Restaurator*innen eine Kopie eines zweiten Exemplars zur Verfügung, würden sie den fehlenden Text trotzdem nicht ergänzen.

Dies beruht auf der sogenannten „Restaurierethik“: Unsere Aufgabe ist es, die wertvollen Objekte derart zu bewahren, dass der Schaden nicht fortschreiten kann, jedoch nicht fehlende Teile zu rekonstruieren, soweit dies nicht für die Stabilität zwingend erforderlich ist.
 

Das Institut für Restaurierung ist damit beauftragt den wertvollen und umfassenden Bestand der Österreichischen Nationalbibliothek in seiner Originalität zu erhalten. Bei einem Bestand von über 11,5 Mio. Büchern und Objekten sind wir damit ausreichend beschäftigt und können deshalb, so wie auch aus rechtlichen Gründen keine externen Restaurierungsaufträge annehmen.

Freischaffende qualifizierte Restaurator*innen zu den verschiedenen Disziplinen finden Sie auf der Homepage des Berufsverband für Österreichische Restauratorinnen und Restauratoren:

www.orv.at

Sind Ihre wertvollen Bücher feucht oder nass geworden, ist es wichtig, dass Sie rasch und richtig handeln, damit das Wachstum von Schimmelpilzen verhindert wird.

Zunächst müssen Sie Ihre Objekte an einen kühlen und trockenen Ort bringen und für gute Belüftung sorgen. Bücher sollen aufgefächert aufgestellt werden. Einzelblätter werden auf Löschkartons oder sauberem Papier aufgelegt. Auch Fotos und Kunstdruckpapier sollten, wenn möglich, voneinander getrennt und einzeln aufgelegt werden, da sie durch die Feuchtigkeitseinwirkung verkleben.

Objekte die nicht innerhalb von 48 Stunden getrocknet werden können, müssen in Gefriersäcke oder Plastikfolien gepackt und eingefroren werden. Bis zu ihrem Bestimmungsort sollten die verpackten Objekte in Plastikkisten transportiert werden. Dabei ist darauf zu achten, dass nicht zu viele Objekte übereinandergestapelt werden, da sie durch die Nässe stark an Gewicht zunehmen.

Ist es bereits zu Schimmelbildung gekommen, müssen die betroffenen Objekte separat gelagert werden. Zum eigenen Schutz sollten beim Hantieren Handschuhe und eine Atemmaske getragen werden. Für die weitere Versorgung müssen Restaurator*innen hinzugezogen werden.

Wollen Sie Ihre Bestände langfristig gut aufbewahren, benutzen Sie für Umschläge und Boxen keine säurehaltigen Materialien. Es sollten alterungsbeständige Materialien verwendet werden, die holzschlifffrei sind, keine optischen Aufheller und meist eine alkalische Reserve besitzen.

Eine oft diskutierte Frage ist die nach der Lederpflege. Soll man nachfetten oder nicht?

In Restaurator*innenkreisen geht man davon immer mehr ab. Denn damit die Lederpflege wirklich eine Pflege wird, müsste man das jeweilige Leder genau untersuchen, um festzustellen, wie viel Fett tatsächlich eingebracht werden sollte. Meist wird zu viel Lederpflegemittel aufgetragen, was langfristig schädlich für das Leder sein kann.

Werden Objekte mit Leder unter guten klimatischen Bedingungen aufbewahrt, ist dies die beste und nachhaltigste Pflege.

Achtung
Prunksaal

Aufgrund einer Veranstaltung ist der Prunksaal am 24. April 2024 ab 14 Uhr geschlossen.