Werkausgaben

Die Ausgabe sämtlicher Werke der Wiener Schriftstellerin und Modesammlerin Elfriede Gerstl (1932–2009), die in Kooperation mit dem Literaturarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek im Grazer Droschl Verlag erscheint, wurde 2012 mit dem Band „Mittellange Minis“ eröffnet und schließt 2017 mit dem fünften Band „Das vorläufig Bleibende“.

Widmeten sich die ersten drei Bände ausschließlich dem zu Lebzeiten der Autorin in ihren Büchern veröffentlichten Werk, so konnte man im vierten Band „Tandlerfundstücke“ zahlreiche Texte „wiederentdecken“, die in Zeitungen, Zeitschriften oder Anthologien erschienen und großteils bereits in Vergessenheit geraten waren. „Das vorläufig Bleibende“ schließlich wird nicht nur einige zentrale Interviews aus verschiedenen Jahrzehnten zum Nachlesen enthalten, sondern auch zahlreiche bisher unveröffentlichte Texte aus der Feder bzw. Schreibmaschine jener Autorin der kleinen Form, die so treffend ein Wittgenstein-Zitat abwandelte, als sie meinte: „alles was man sagen kann, kann man auch beiläufig sagen“ („Spielräume“).

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Ödön von Horváth (1901-1938) ist einer der meistbeachteten Autoren des 20. Jahrhunderts. Die Wiener Ausgabe bietet eine kritische Gesamtedition seines Werkes, wie sie von der Forschung seit langem gefordert wird. Ediert werden alle abgeschlossenen und Fragment gebliebenen Werke sowie sämtliche Briefe und Lebensdokumente des Autors. Die gesicherten Endfassungen der Texte, die genaue Darlegung ihres Entstehungsprozesses und die philologische Neubewertung vieler Quellen geben einen veränderten Blick auf das Werk, die Arbeitsweise und die Biographie des Autors frei. 

Die Wiener Ausgabe erscheint im Verlag Walter de Gruyter. Die Forschungsarbeiten basieren auf dem Nachlassbestand des Autors im Literaturarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek (ein Teil davon als Leihgabe der Wienbibliothek im Rathaus) und werden vom Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) und der Kulturabteilung der Stadt Wien unterstützt. Lesebände der bekanntesten Werke Horváths mit einer Auswahl des genetischen Materials und einem Sachkommentar erscheinen bei Reclam.

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HerausgeberInnen: Ingrid Cella, Bernhard Fetz, Wendelin Schmidt-Dengler (†), Eva Schobel 

Der 1988 mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnete Schriftsteller und Jurist Albert Drach (1902-1995) ist einer der radikalsten Vertreter der österreichischen Nachkriegsliteratur. Bereits 1968 bezeichnete das Times Literary Supplement Albert Drach gemeinsam mit Elias Canetti als die "originellsten Schriftsteller deutscher Sprache". Trotzdem blieb Drach bis heute ein Außenseiter der deutschsprachigen Literatur. Dies hängt mit der Lebensgeschichte eines österreichischen Juden zusammen, der 1938, nach dem "Anschluss" Österreichs an Hitlerdeutschland, seine Heimat verlassen musste und im prekären südfranzösischen Exil unter abenteuerlichen Umständen überlebte. Diese Lebensgeschichte findet ihren Ausdruck in einer einzigartigen Literatursprache: Drachs Auseinandersetzung mit dem faschistischen österreichischen Ständestaat, mit Exil und restaurativer Nachkriegszeit wirkt wegen ihrer zynisch-satirischen Energie verstörend. Seine distanziert-lakonische Sprache wurde als sogenannter "Protokollstil" zum Markenzeichen des Autors. Drach steht mit seinen grotesken Übertreibungen, mit seiner Auffassung von Sprache als korrumpiertes Medium der Manipulation und als Waffe im Kampf gegen Unterdrückung und Unrecht in der Tradition einer österreichischen Sprachkritik, die vom Wiener Volkstheater des 18. und 19. Jahrhunderts über Karl Kraus bis zum Frühwerk Peter Handkes oder den Büchern Elfriede Jelineks reicht.

Die Gesamtausgabe erscheint im Paul Zsolnay Verlag (Wien).
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Achtung
Lesesäle am Heldenplatz und Papyrusmuseum

Aufgrund von Dreharbeiten sind die Lesesäle am Heldenplatz sowie das Papyrusmuseum von Freitag, 1. März ab 15 Uhr bis Samstag, 2. März, 15 Uhr geschlossen. Wir danken für Ihr Verständnis.

Prunksaal und Augustinerlesesaal

Aufgrund von Dreharbeiten bleibt der Prunksaal vom 27. Februar bis inklusive 12. März 2024 geschlossen. Die laufende Sonderausstellung „BILD MACHT POLITIK“. Yoichi Okamoto. Ikone der Nachkriegsfotografie“ ist noch bis Sonntag, 25. Februar zu sehen.

Der Augustinerlesesaal bleibt von 27. Februar bis inklusive 8. März 2024 geschlossen.
In dieser Zeit sind Aushebungen im Prunksaal nicht möglich. Als Ersatz steht der Studienlesesaal der Sammlung von Handschriften und alten Drucken (Josefsplatz 1 im linken Gebäudeflügel, Handschriftenstiege 2. Stock) zu den regulären Öffnungszeiten zur Verfügung. Wir danken für Ihr Verständnis.