Hermann Jandl, geboren am 1. 3. 1932 in Wien, gestorben am 8. 4. 2017 in Mistelbach. Nach seinem Studium an der Bundeslehrerbildungsanstalt in Wien war Jandl ab 1952 als Pflichtschullehrer in Niederösterreich und Wien tätig, zuletzt auch als Schuldirektor. Sein literarisches Werk umfasst Gedichte, Theaterstücke, Erzählungen und Hörspiele. Ab Anfang der 1950er-Jahre veröffentlichte er in Anthologien und einschlägigen Literaturzeitschriften, wie den „Neuen Wegen“. Mit dem Theatertext „Geständnisse“ (1969) und der Lyriksammlung „Leute Leute“ (1970) legte er erste Buchveröffentlichungen vor. Es folgten mehrere Gedichtbände (u. a. „Kernwissen“, 1985; „Ein Goldgräber“, 1997; „Bitterer Tee“, 2012) sowie Erzählbände (u. a. „Vom frommen Ende“, 1971; „Storno“, 1983; „Die Tür ist offen“, 1997; „Schattenspiel“, 2006) und Hörspiele (u.a. „Ein Mensch, oder: Das Leben ist eines der schwersten“, 1979). Hermann Jandls Werk wurde in der Literaturkritik oft mit dem Werk seines Bruders Ernst Jandl verglichen. Doch während Hermann Jandls frühe Texte der Konkreten Poesie noch näher standen, ist sein Werk stilistisch weder als traditionalistisch noch als radikal avantgardistisch einzuordnen. Mit Sprachwitz und sanftem Humor, mit Wiederholung, Variation und Zuspitzung geht er in einem Minimum an Worten und in klaren Formen auf persönliche und alltägliche wie auch historische und gesellschaftsrelevante Themen ein.
Jandl war Mitglied des Österreichischen P.E.N.-Clubs (von 1974 bis 1994 Generalsekretär des Niederösterreichischen P.E.N.-Clubs und Herausgeber zweier Anthologien), der Österreichischen Dramatiker Vereinigung, des Österreichischen Schriftstellerverbandes, des Literaturkreises Podium und der IG Autorinnen und Autoren. Er wurde mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Theodor-Körner-Preis (1974), dem Österreichischen Staatsstipendium für Literatur (1974), dem Würdigungspreis für Literatur des Bundesministeriums für Unterricht und Kultur (1988) und dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse (2000). Seine Werke wurden im österreichischen und deutschen Rundfunk ausgestrahlt, im Theater inszeniert und vertont.

Nachlass

Zugangsdatum 2017
Umfang 17 Archivboxen
Status Systematisch geordnet, Korrespondenzen feinerschlossen
Benutzung Benutzbar
Enthält Werke, Korrespondenzen, Lebensdokumente, Sammelstücke, Bibliothek, AV-Medien
Korrespondenzpartner*innen Auswahl
Details Inhaltsübersicht
Achtung
Lesesäle am Heldenplatz und Papyrusmuseum

Aufgrund von Dreharbeiten sind die Lesesäle am Heldenplatz sowie das Papyrusmuseum von Freitag, 1. März ab 15 Uhr bis Samstag, 2. März, 15 Uhr geschlossen. Wir danken für Ihr Verständnis.

Prunksaal und Augustinerlesesaal

Aufgrund von Dreharbeiten bleibt der Prunksaal vom 27. Februar bis inklusive 12. März 2024 geschlossen. Die laufende Sonderausstellung „BILD MACHT POLITIK“. Yoichi Okamoto. Ikone der Nachkriegsfotografie“ ist noch bis Sonntag, 25. Februar zu sehen.

Der Augustinerlesesaal bleibt von 27. Februar bis inklusive 8. März 2024 geschlossen.
In dieser Zeit sind Aushebungen im Prunksaal nicht möglich. Als Ersatz steht der Studienlesesaal der Sammlung von Handschriften und alten Drucken (Josefsplatz 1 im linken Gebäudeflügel, Handschriftenstiege 2. Stock) zu den regulären Öffnungszeiten zur Verfügung. Wir danken für Ihr Verständnis.