Martha Hofmann (Pseudonym: Melitta Holl), geboren am 29. 8. 1896 in Wien, gestorben am 9. 11. 1975 ebenda, Lehrerin, Publizistin, Schriftstellerin. Nach der Volksschule besuchte Hofmann, Tochter von Henriette Hock und dem Kaufmann sowie Zeitungsherausgeber Edmund Hofmann, ab 1906 ein „Mädchen-Lyzeum" und wechselte 1910 in die Gymnasialkurse der renommierten Mädchen-Schulanstalten von Eugénie Schwarzwald (vermutlich bis 1913). Ihre Reifeprüfung legte sie im Sommer 1914 im k.k. Staatsgymnasium im 6. Wiener Bezirk ab, woraufhin sie drei Semester klassische Philologie an der Universität Wien studierte (1914-1916). Die Fortsetzung ihres Studiums (nun auch im Fach Philosophie) erfolgte hauptsächlich in Deutschland: vor allem - mit einer Zwischenstation in Leipzig (1917) - an der Königlichen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin (1916-1919) und mit einem letzten Philologie-Semester an der Universität Heidelberg im Sommer 1919. Zurück in Wien erwarb Hofmann 1920 mit einer Arbeit über Platon den akademischen Titel des Dr. phil. und legte 1921 die Prüfung für das Lehramt an Mittelschulen ab.
Bereits in ihrer Studienzeit hatte sich Martha Hofmann als Sozialistin engagiert. Vor dem Hintergrund ihres ab der Mitte der 1920er-Jahre zunehmenden Interesses am Zionismus (Palästina-Reisen 1927 und 1935) wurde sie Vizepräsidentin der österreichischen Vertretung der „Women's International Zionist Organisation" (WIZO), als deren Generalsekretärin sie sich 1929 in London aufhielt. Kurz darauf erschien der von ihr herausgegebene Band „Zehn Jahre Wizo. Festschrift anlässlich des zehnjährigen Bestandes der Weltorganisation zionistischer Frauen" (Wien 1930). Ihre publizistische Tätigkeit belegen des Weiteren Beiträge in Blättern wie „Wiener Morgenzeitung", „Neue Freie Presse", „Die Stimme" und „Der Jude", bei denen sie nicht nur Artikel, sondern auch literarische Texte ablieferte.
Erste literarische Versuche (u.a. Theaterstücke) reichen in Hofmanns Jugend zurück. Öffentlich wirksam als Schriftstellerin wurde sie während ihrer Zeit als Gymnasiallehrerin (1922-1938), in der sie in dem illustren Künstler- und Intellektuellen-Kreis von Dora und Franz Kobler verkehrte. Zusammen mit Yomtov Ludwig Bató edierte sie 1925 den „Jüdischen Almanach auf das Jahr 5686 [1925-1926]" (mit Beiträgen u.a. von Felix Salten, Arthur Schnitzler, Franz Werfel und Stefan Zweig). 1932 erhielt sie den Kurzgeschichtenpreis des „Neuen Wiener Journals", 1934 erschien ihr Gedichtband „Die blaue Zeit". Im Frühjahr 1938 sollte die Lyriksammlung „Das uralte Meer" bei Bermann-Fischer in Wien erscheinen, was durch die nationalsozialistische Annexion Österreichs vereitelt wurde. Martha Hofmann, aus dem Schuldienst entlassen, musste fliehen, wobei es sie zunächst nach England verschlug.
Von London, wo sie u.a. in Kontakt mit Sigmund Freud stand, emigrierte Hofmann 1939 nach Palästina weiter (dort mehrere Veröffentlichungen auf Hebräisch, darunter die um Franz Kafka kreisende Novelle „Dinah und der Dichter", 1942).
Ende November 1946 ging Hofmann zurück nach Europa, in die Schweiz, wo sie an der Universität Genf Deutsch, Englisch und Französisch mit dem Abschluss eines Übersetzer-Diploms (1948) studierte. Danach zog es sie an ihren Geburtsort zurück, an dem sie erneut als Gymnasiallehrerin (1949 bis 1957) sowie als Publizistin, Lyrikerin, Bühnenautorin und nun auch als Übersetzerin (u.a. aus dem Hebräischen) tätig war. Beiträge von ihr finden sich etwa in den Literaturzeitschriften „Freude an Büchern", „Lynkeus", „Neue Wege", „Literatur und Kritik", „Plan" und „Wort in der Zeit". Weitere Veröffentlichungen (Auswahl): „Die Sternenspur. Neue Gedichte" (Zürich 1948), „Nomadenzüge. Zyklische Dichtungen" (Wien 1957), „Konstellationen. Ausgewählte Essays" (Wien 1969).
Für ihr Werk wurde Martha Hofmann, die auch als Vorstandsmitglied des österreichischen P.E.N.-Clubs und des Österreichischen Schriftstellerverbandes fungierte, mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Georg-Trakl-Preis für Lyrik (1954).

Sammlung

Zugangsdatum 2010
Umfang 1 Archivbox
Status Feinerschlossen
Benutzung Benutzbar
Enthält Korrespondenzen, Lebensdokumente
Korrespondenzpartner*innen Auswahl
Details Inhaltsübersicht
Achtung
Lesesäle am Heldenplatz und Papyrusmuseum

Aufgrund von Dreharbeiten sind die Lesesäle am Heldenplatz sowie das Papyrusmuseum am Samstag, 2. März, ganztägig geschlossen. Wir danken für Ihr Verständnis.

Prunksaal und Augustinerlesesaal

Aufgrund von Dreharbeiten bleibt der Prunksaal vom 27. Februar bis inklusive 12. März 2024 geschlossen.

Der Augustinerlesesaal bleibt von 27. Februar bis inklusive 8. März 2024 geschlossen.
In dieser Zeit sind Aushebungen im Prunksaal nicht möglich. Als Ersatz steht der Studienlesesaal der Sammlung von Handschriften und alten Drucken (Josefsplatz 1 im linken Gebäudeflügel, Handschriftenstiege 2. Stock) zu den regulären Öffnungszeiten zur Verfügung. Wir danken für Ihr Verständnis.