Das Globenmuseum der Österreichischen Nationalbibliothek zeigt neben den praktischen und theoretischen Möglichkeiten eines Globus auch ihre Entwicklung vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Herausragende Objekte, in wissenschaftlicher und ästhetischer Hinsicht, sind die Mercator-Globen mit ihrem atypischen blauen Kolorit. Gerard Mercator (1512–1594), Kartograph, Globen- und Instrumentenbauer, Humanist, war die überragende Persönlichkeit in der Kartographie des 16. Jahrhunderts. Auf ihn gehen so bedeutende Innovationen wie die Konzeption der modernen Atlanten, die Verwendung des Begriffes „Atlas“ und die „Mercator-Projektion“ zurück.  

Mercators Erdglobus weist, neben der ersten Darstellung der Loxodrome (genau definierte Linien als Navigationshilfe), interessante Verbesserungen auf: Die Eintragung wichtiger Sterne in der Nähe von schwierig zu befahrenden Meerengen oder in Wüstengebieten, die exakte Graduierung der Kugel und des Meridianringes sowie die Einzeichnung des magnetischen Nordpols auf einer Insel in der Nähe des Nordkaps. Der Erdglobus zeigt fünf Kontinente: Europa, Asien, Afrika, Amerika (Nova India) und das Südland (Terra Magellanica), nach Mercator der größte Erdteil.

Zum Katalogisat des Erdglobus'

Abb.: Gerard Mercator, Erdglobus, Löwen 1541; kolorierter Kupferstich, 12 Segmente, Polkappen ab 70°, vierbeiniges Holzgestell mit runder Bodenplatte, Durchmesser 41 cm, Höhe 57 cm, ÖNB/Globenmuseum: Gl. 13

Der Himmelsglobus war das letzte Werk Mercators, das in Löwen erschien – 1552 musste Mercator aus Religionsgründen die südlichen Niederlande verlassen und ging nach Duisburg. Aus mehr als 900 für das Jahr 1550 berechneten Sternen formte Mercator die 48 klassischen ptolemäischen Sternbilder und erstmals Antinous und Cincinnus (Coma Berenices). Die Konstellationen tragen ihre griechischen, lateinischen und teilweise auch arabischen Bezeichnungen. Südpolare Sternbilder waren erst nach 1600 bekannt – als Folge der Kenntnis des südlichen Sternenhimmels im Zug der ersten niederländischen Expedition nach Südostasien.

Zum Katalogisat des Himmelsglobus'

Abb.: Gerard Mercator, Himmelsglobus, Löwen 1551; kolorierter Kupferstich, 12 Segmente, Polkappen ab 70°, vierbeiniges Holzgestell mit runder Bodenplatte, Durchmesser 41 cm, Höhe 57 cm, ÖNB/Globenmuseum: Gl. 7
Achtung
Lesesäle am Heldenplatz und Papyrusmuseum

Aufgrund von Dreharbeiten sind die Lesesäle am Heldenplatz sowie das Papyrusmuseum von Freitag, 1. März ab 15 Uhr bis Samstag, 2. März, 15 Uhr geschlossen. Wir danken für Ihr Verständnis.

Prunksaal und Augustinerlesesaal

Aufgrund von Dreharbeiten bleibt der Prunksaal vom 27. Februar bis inklusive 12. März 2024 geschlossen. Die laufende Sonderausstellung „BILD MACHT POLITIK“. Yoichi Okamoto. Ikone der Nachkriegsfotografie“ ist noch bis Sonntag, 25. Februar zu sehen.

Der Augustinerlesesaal bleibt von 27. Februar bis inklusive 8. März 2024 geschlossen.
In dieser Zeit sind Aushebungen im Prunksaal nicht möglich. Als Ersatz steht der Studienlesesaal der Sammlung von Handschriften und alten Drucken (Josefsplatz 1 im linken Gebäudeflügel, Handschriftenstiege 2. Stock) zu den regulären Öffnungszeiten zur Verfügung. Wir danken für Ihr Verständnis.