Sichtungen. Archiv - Bibliothek - Literaturwissenschaft ISSN: 1680-8975
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Mitteilungen: Kleist-Archiv Sembdner der Stadt Heilbronn [Grundeintrag 1998] (26. 11. 2001). In: Sichtungen online, PURL: http://purl.org/sichtungen/kleist-1a.html ([aktuelles Datum]). - Auch in: Sichtungen 2 (1999), S. 345-347 [Grundeintrag 1998].

Stadtbücherei Heilbronn
Kleist-Archiv Sembdner der Stadt Heilbronn
Kirchbrunnenstraße 12, D-74072 Heilbronn
Tel.: + 49-7131-56-2668; Fax: + 49-7131-962931
Email: kleist@kleist.org; URL: http://www.kleist.org
Adressinformation zuletzt aktualisiert: 1999

Kleist-Archiv Sembdner der Stadt Heilbronn


Grundeintrag 1998

[2/ S. 345:] Wer immer sich mit der rätselhaften Gestalt des Dichters Heinrich von Kleist (1777-1811) und seinem Œuvre beschäftigt, stößt unweigerlich auf den Namen Helmut Sembdner. Mit seinen akribischen Werk-Editionen und seinen biobibliographischen Forschungen über den Dichter, der mit seinem »großen historischen Ritterschauspiel« »Das Käth- [2/ S. 346:] chen von Heilbronn« die Neckarstadt zum Schauplatz der Weltliteratur gemacht hat, wurde Sembdner (1914-1997) wegweisend für die moderne Kleist-Philologie. Reflex seiner lebenslangen wissenschaftlichen Beschäftigung mit dem Dichter und seiner Zeit war eine große Arbeitsbibliothek. Um die darin enthaltenen Materialien und Dokumente unterschiedlichster Provenienz möglichst umfassend für die Kleist-Forschung zu erhalten, erwarb die Stadt Heilbronn Ende 1990 Sembdners Sammlung mit der vertraglichen Verpflichtung einer katalogischen Erschließung. Als Kleist-Archiv Sembdner wurde sie im August 1991 der Stadtbücherei Heilbronn angegliedert und der Öffentlichkeit vorgestellt.

Das von Sembdner übernommene Archiv umfaßte in erster Linie verschiedene Werkausgaben, einen großen Bestand an Sekundärliteratur von frühesten Rezeptionsnachweisen bis zur aktuellen Forschung, feuilletonistische Artikel, audiovisuelle Medien sowie zahlreiche Theatermaterialien wie Szenenfotos, Programmhefte, Plakate usw. Dieser Grundbestand ist im Lauf der Jahre, wie vertraglich ebenfalls vereinbart, erheblich erweitert worden. Neben Autographen, darunter einem Brief Kleists an den Buchhändler Hitzig und drei Briefen der »goldenen Schwester« Luise von Zenge, Typoskripten, wie etwa Elisabeth Plessens »Kohlhaas«-Roman als Dauerleihgabe, konnte das Kleist-Archiv in den vergangenen Jahren auch einige Erstausgaben der Kleistschen Werke erwerben. Um das Kleist-Archiv als internationale Arbeits- und Begegnungsstätte etablieren zu können, wurde das Archiv-Profil kontinuierlich in Richtung Service-Zentrum geschärft. Nicht zuletzt aus diesem Grund liegt ein Schwerpunkt der Archivarbeit im bibliographischen Bereich. Neben dem seit 1994 vorliegenden Bestandsverzeichnis, das wie die mittlerweile stattliche Publikationsreihe von über 30 im Buchhandel erhältlichen Einzeltiteln in sechs verschiedenen Reihen digital im Internet unter www.kleist.org abrufbar ist, dienen diesem Ziel vor allem die in der Regel monatlich im WWW vorgestellten neuesten bibliographischen Kleist-Daten. Kumuliert erscheint die neueste Kleist-Bibliographie zweimal jährlich in den »Heilbronner Kleist-Blättern« (HKB), die aufgrund ihrer knappen Produktionszeit ausgesprochen aktuell sind. Neben Berichten aus der großen Kleist-Welt, einem Überblick über laufende Kleist-Veranstaltungen an deutschen Hochschulen, Abstracts geplanter Dissertationen, Kurzdarstellungen von schulischen Projekten wird angestrebt, künftig verstärkt Literaturberichte, analog zu dem großen Forschungsbericht in HKB 6 über die »Homburg«-Literatur des letzten Vierteljahrhunderts abzudrucken.

[2/ S. 347:] Wissenschaftliche Einzelvorträge, auf Wunsch meist in der bibliophilen Reihe der Heilbronner Kleist-Schriften (HKS) gedruckt, Ausstellungen, wie beispielsweise über »Michael Kohlhaas« oder ein deutsches Kunstexperiment mit Künstlern der beiden Partnerstädte Frankfurt an der Oder und Heilbronn, die Zusammenarbeit mit Theatern sowie vor allem internationale Tagungen, wie das vom 22. bis 24. April 1999 durchgeführte interdisziplinäre Kolloquium »Erotik und Sexualität im Werk Heinrich von Kleists« ergänzen das breite Aufgabengebiet des Kleist-Archivs. Nicht zuletzt aufgrund seiner seit Juni 1996 kontinuierlich gesteigerten Präsentation im WWW ist es gelungen, dem Kleist-Archiv einen Platz im Spektrum angesehener Literaturarchive zu verschaffen. Diesen in den kommenden Jahren auszubauen, ist Ziel unserer »Archiv-Politik«. Die Grundlagen dafür kann ein Neubauvorhaben der Stadt Heilbronn schaffen, in dessen Gefolge dem Kleist-Archiv eine erheblich verbesserte räumliche Infrastruktur zur Verfügung stehen soll.




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