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Spätantike Bibliotheken
Leben und Lesen in ägyptischen Klöstern


Die neue Ausstellung im Papyrusmuseum zeigt vielfältige Schriften aus den Klöstern des alten Ägypten. Die prachtvollen Bibliotheken barocker Klöster – wie zum Beispiel die Bibliothek im Stift Melk – gehen auf eine lange Tradition zurück. Schon im ersten Kloster der christlichen Welt, 325 nach Christus in Oberägypten gegründet, standen den Mönchen Bücher zur Verfügung. Jedes Mitglied der Klostergemeinschaft musste gemäß Klosterregeln dort auch lesen und schreiben lernen.

Die Ausstellung geht den Fragen nach, wie solche Bibliotheken der frühen Christenheit funktionierten, welche Bücher es gab, wer die Handschriften herstellte, und schließlich, wer diese Bücher benutzen durfte. Von einigen Bibliotheken sind die Kataloge erhalten. Sie zeigen, dass die Auswahl auf heilige Schriften und Predigten der großen Heiligen beschränkt war. Nur einmal findet sich auch ein medizinisches Buch. Stellt sich die Frage, ob dies etwas mit der Tradition von ägyptischen Tempelbibliotheken zu tun hat, in denen auch Medizinisches aufbewahrt wurde, oder ob es einfach praktische Gründe dafür gab. Keine dieser Bibliotheken beherbergte mehr Abschriften von Homer oder anderen Klassikern, obwohl bedeutende Kirchenväter diese Texte durchaus kannten und man zumindest das erste Buch der Ilias auch noch in Klöstern auswendig lernte.

Ab dem 6. Jahrhundert nach Christus finden sich vorzugsweise Schriften in koptischer Sprache in den Klöstern am Nil, davor gab es eine Mischung von Griechischem und Koptischem. Es zeigt sich, wie die ägyptische Sprache in der christlichen Welt Ägyptens das Griechische, das die Sprache der ersten Christen in Ägypten g<21.08.2013Deutlich wird in den Papyri auch, dass sich Menschen von außerhalb der Klostermauern Bücher im Kloster ebenso ausliehen wie die Klosterinsassen. Die Klöster wurden zu kulturellen Zentren auch weitab von größeren Städten.

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die Bibliothek des sogenannten Weißen Klosters in Oberägypten. Schenute, ein außerordentlich charismatischer Mann, der über 100 Jahre gelebt haben soll, stand von 385 – 465 n. Chr. diesem Kloster vor. Es sind vor allem seine Schriften, die in dieser Bibliothek aufbewahrt wurden.

Die Österreichische Nationalbibliothek beherbergt große Teile dieser Bibliothek des Weißen Klosters. Am Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Bibliothek im Kloster gefunden und über viele Sammlungen in aller Welt verteilt.

Die Ausstellung gibt zum ersten Mal einen Eindruck vom Reichtum dieser Klosterbibliothek mit ihren großen Pergamentcodices. Daneben werden Zeugnisse des Lebens und Lesens auch aus anderen frühen Klöstern Ägyptens gezeigt.

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