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Eine Besucherin und eine Besucher bestaunen eine Vitrine im Prunksaal


Der Abstimmungsreigen zum "besonderen Objekt" geht in die nächste Runde! Dieses Mal dreht sich alles um das Thema "Brot und Spiele – Veranstaltungen und Vergnügungen im alten Ägypten". Von 20. Jänner bis 2. Februar kann online abgestimmt werden, welches dieser wertvollen Originale aus der Papyrussammlung ab Mai 2020 im Prunksaal präsentiert werden soll.

Vielen Dank für Ihre Teilnahme!Ab 3. Februar geben wir das Gewinnerobjekt auf unserer Website bekannt.

Ihre Stimme zählt!

Sie haben die Wahl: Voten Sie hier für Ihren persönlichen Favoriten! 
Pro IP-Adresse kann einmal abgestimmt werden.

Brot und Spiele

Veranstaltungen und Vergnügungen im alten Ägypten


Der Dichter Juvenal spottete, das römische Volk sei nur für panem et circenses – kostenlose Brotversorgung und Zirkusspiele – zu begeistern. Auch der griechische Redner Dion von Prusa warf den Alexandrinern eine ähnliche Einstellung vor. Egal ob Gladiatorenkämpfe, Wagenrennen, Olympische Spiele oder das Flötenspiel als „Hintergrundmusik“ bei körperlicher Arbeit: Die Papyri der Österreichischen Nationalbibliothek gewähren seltene Einblicke in die antike Unterhaltungsbranche.

 

Objekt 1: Heimkehr eines Olympiasiegers

Papyrus, 268 n. Chr.

Die Olympischen Spiele und andere internationale Wettkämpfe standen in der Kaiserzeit Athleten aus dem ganzen Reich offen. Allerdings hatten längst nur noch professionelle Sportler und Künstler eine Chance auf einen Platz auf dem Podest. Die Preise selbst hatten mehr ideellen als materiellen Wert, doch die Heimatstädte der Wettkämpfer gewährten Siegern wegen des hohen Prestiges großzügige Belohnungen, wie dieser Papyrus zeigt. Darin unterrichtet Antimachos, Vorstand des Kampfrichterkollegiums, den Stadtrat und das Volk von Hermupolis in Oberägypten über den olympischen Sieg ihres Landsmannes Horion bei einem Wettkampf der Trompeter. Dem bekränzten Sieger gebühren nicht nurEhrungen, sondern auch steuerliche Privilegien und eine Pension auf Lebenszeit in seiner Heimatstadt. Eine kleine Notiz am oberen Rande des Schriftstücks verrät, dass der Olympionike das Schreiben persönlich dem Stadtrat überbracht hat.

Objekt 2: Vertrag mit einem Flötenspieler

Papyrus, 20. Dez. 321 n. Chr.

Der Grundbesitzer Aurelios Adelphios, Ratsherr von Hermupolis in Oberägypten, ist aus mehr als zwei Dutzend Papyrustexten als umtriebiger Geschäftsmann bekannt. Als Grundherr betreibt er auch Weinbau. In diesem Papyrus beauftragt er einen Musiker, bei der nächsten Weinlese und beim Keltern durch sein Flötenspiel für Unterhaltung zu sorgen und den Takt vorzugeben. Der Arbeitsvertrag will sicherstellen, dass der Flötenspieler während der ganzen Zeit der Weinlese zur Verfügung steht. Ein genaues Datum kann noch nicht genannt werden, weil das von der Traubenreife abhängt. Der Vertragsabschluss im Dezember, ein halbes Jahr vor der Weinlese, lässt erkennen, dass die Musiker schon lange im Voraus „gebucht“ werden mussten. Als Entgelt für den Flötenspieler wird keine feste Summe, sondern nur „das Festgesetzte“ angeführt, sodass unklar bleibt, ob die Entlohnung in Geld oder in Wein erfolgen sollte.

Objekt 3: Ein antikes Zirkusprogramm

Papyrus, 6. Jh. n. Chr.

Wagenrennen waren in allen großen Städten des Römischen Reiches sehr beliebt, trotzdem hat sich kaum eine Handvoll von Programmen zu den Zirkusspielen auf Papyrus erhalten. Solche Programme informierten über den Ablauf der aufregenden Spektakel, der überall einem ähnlichen Schema folgte. Die Spiele wurden mit einer Anrufung Tyches (der Göttin des Glücks) eröffnet, dann schritt eine Prozession die Rennbahn ab, wohl mit Vorstellung der Pferde und Wagenlenker, vielleicht auch zur Präsentation einer Statue der Siegesgöttin oder der Preise. Den Höhepunkt bildeten mehrere Durchgänge von Wagenrennen. Zwischen den einzelnen Durchgängen sorgten Schausteller und Unterhaltungskünstler für Abwechslung. Im vorliegenden Programm sind zwar die Durchgänge der Rennen nicht eigens genannt, dafür werden die Pausenfüller genau angekündigt: Es treten Seiltänzer und Akrobaten, Schauspieler und Stelzenläufer auf.

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