Kringel, Schlingel, Borgia
Peter Hammerschlag (1902-1942)

 

Lebensdaten
 

27. 6. 1902 Peter Hermann Hammerschlag wird als Sohn der jüdischen Eltern Viktor und Hedwig (geb. Bunzl) Hammerschlag in Wien geboren. Der Vater ist ein anerkannter Hals-, Nasen-, Ohrenarzt.

1906 Die Familie übersiedelt von der Alser Straße 8 in die Alser Straße 26 (Wien IX), wo Viktor Hammerschlag auch seine Ordination eröffnet.

2. 9. 1908 Römisch-katholische Taufe von Peter Hammerschlag und seiner Mutter.

1913 bis 1921 Reformgymnasium Albertgasse 18-22 (Wien VIII).

1921 bis 1929 Nach der Matura besucht Peter Hammerschlag ein Semester des Lehrgangs für Buch- und Illustrationsgewerbe an der Höheren Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt in Wien und studiert eine Zeitlang Kunstgeschichte. Er verfaßt Mittelschulrevuen und versucht, mit diversen Schreib- und Zeichenaufträgen seinen Lebensunterhalt zu finanzieren. Einige seiner teilweise selbst illustrierten Gedichte und Prosatexte erscheinen erstmals in Zeitungen und Zeitschriften.

Dezember 1929 bis Mitte 1930 Aufenthalt in Berlin, wo Peter Hammerschlag im "Küka" (Künstlerkaffee), einem kabarettistischen Kleinunternehmen, auftritt.

4. 7. 1930 Peter Hammerschlag ist wieder in Wien bei seinen Eltern gemeldet.

7. 11. 1931 Stella Kadmon eröffnet die Kleinkunstbühne "Der liebe Augustin" im Souterrain des Café Prückel in Wien. Peter Hammerschlag arbeitet dort bis Herbst 1935 als Hausautor, "Blitzdichter", Conférencier und Schauspieler. Während seiner Zeit beim "Lieben Augustin" schreibt er manchmal auch für andere Bühnen, wie das Kabarett "Stachelbeere" und die "Österreichische Volksbühne" ("Urania").

1935 bis 1938 Peter Hammerschlags Name scheint in den Programmen anderer bekannter Wiener Kleinkunstbühnen auf, wie der "Kleinkunst in den Collonaden" (Nachfolgerin der "Stachelbeere"), dem "ABC" und der "Literatur am Naschmarkt".

Juli 1938 Die Familie Hammerschlag wird der Wohnung in der Alser Straße verwiesen.

August 1938 Ausreise Peter Hammerschlags nach Jugoslawien.

Ende November 1938 Ausweisung aus Jugoslawien und Rückkehr nach Wien.

Januar 1939 Eröffnung der Kleinkunstbühne "Wiener Werkel". In dem bis Kriegsausbruch (September 1939) gespielten Programm scheint Peter Hammerschlags Name zum letzten Mal im Programmheft einer Kabarettbühne auf.

19. 9. 1941 bis 15. 6. 1942 Zwangsarbeit bei einer der Deutschen Wehrmacht unterstellten Leergutsammelstelle im II. Wiener Bezirk (ehemaliges Weltausstellungsgelände).

Juni 1942 Peter Hammerschlag bleibt offiziell bis zur Deportation seiner Eltern (20. 6. 1942) bei der ihnen zugewiesenen Ghettoadresse gemeldet (Salzgries 16, Wien I). Anzunehmen ist, daß er schon Anfang, spätestens Mitte Juni untertaucht. Alexander Steinbrecher, Komponist und Kapellmeister des Wiener Burgtheaters, versteckt ihn bei sich. Als er einmal die Wohnung verläßt, wird er auf der Straße verhaftet.

17. 7. 1942 Datum des Deportationstransportes, mit dem Peter Hammerschlag (wahrscheinlich über Theresienstadt) nach Auschwitz gebracht und ermordet wird.