Joseph Binder (Wien 3. 3. 1898-25. 6.
1972 Wien)
Von 1922-1926 Studium an der Kunstgewerbeschule in Wien bei Berthold Löffler.
Ab 1924 eigenes Atelier. Führender österreichischer Plakatkünstler
der Zwischenkriegszeit. Schuf zahlreiche Plakate für diverse Marken, u.
a. den Meinl-Mohr. Ab 1936 freischaffender Maler und Graphiker in New York.
Arbeitete für die Vereinten Nationen und die US-Navy. Ehrenmitglied des
BÖG.
Heinrich Blechner (Wien 7. 3. 1895-21.
3. 1983 Wien)
Erste Ausbildung beim Maler Emilie Clottu in Biel in der Schweiz. Eröffnete
nach dem 1.Weltkrieg ein Werbeatelier, das Entwürfe zu Plakaten, Messeständen
und Werbung für namhafte Marken (Odol, Semperit) lieferte. Gestaltete 1947/48
Briefmarkenentwürfe für die Österreichische Post. Mitglied des
BÖG.
Alexander Exax (Mürzzuschlag 2. 12.
1896-19. 4. 1994 Klagenfurt)
Ausbildung an der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt u. a. bei Rudolf von
Larisch. Von 1914-1917 Mitglied der Kunstgruppe des k. u. k. Kriegspressequartiers.
Zwischen 1921 und 1925 als Graphiker in Griechenland und Rom tätig. Danach
Rückkehr nach Wien, wo er mit seinem Jugendfreund Oskar Spitzer ein Werbeatelier
"Exax-Spitzer" gründete. Nach Auflösung der Arbeitsgemeinschaft führte
er um 1937 ein Atelier mit einer Schülerin unter dem Namen "Exax-Antl".
1945 übersiedelte er nach Kärnten und war in allen Sparten der Gebrauchsgraphik
tätig. Seit November 1927 Mitglied im BÖG, dem er 1988 wieder beitrat.
Hans Fabigan (Wien 14. 6. 1901-23. 2.
1975 Wien)
Absolvierte die Graphische Lehr- und Versuchsanstalt. Arbeitete zunächst
als Gebrauchsgraphiker, bis er 1927 nach Berlin ging, wo er als Modezeichner,
Cartoonist und Werbegraphiker tätig war. 1933 kehrte er nach Wien zurück
und setzte hier seine Arbeit als Gebrauchsgraphiker mit viel Erfolg fort. Er
gestaltete in diesen Jahren Plakate für die Bereiche Mode, Kosmetik und
auch für die "Wiener Städtische Versicherung". In den dreißiger
Jahren zeitweise Ateliergemeinschaft mit Joseph Autherid. Von 1935 bis 1938
Leiter der Graphikklasse am Institut für Werbung und Verkauf, von 1947
bis 1951 Lehrer an der Modeschule der Stadt Wien. Ab 1951 Mitglied der Wiener
Secession und des BÖG.
Ernst Ludwig Franke (Wien 23. 8. 1886-28.
12. 1948 Wien)
Ab 1918 als Plakatkünstler und Werbegraphiker tätig. Gestaltete neben
Julius Klinger 1918 eines der modernsten Plakate zur Kriegsanleihe. In seinem
sachlichen Plakatstil schuf er u. a. Plakate für "Piatnik-Spielkarten",
Inserate für "Böhler-Stahl" sowie das Markenzeichen für "Wiener
Gaskoks". 1924 Mitbegründer des BÖG, dessen Vizepräsident er
wurde.
Lois Gaigg (Lebensdaten unbekannt)
Ab 1924 Mitarbeiter im Atelier Binder, wo er einer der führenden Graphiker
war. Seit 1934 selbständig. Schuf Plakate für kommerzielle Zwecke
und für den Fremdenverkehr, 1937 ein Werbeplakat für Österreich.
Beteiligte sich an zahlreichen Plakatwettbewerben, gewann den Ausführungspreis
beim Wettbewerb des Norddeutschen Lloyd und den 1. Preis für das Plakat
der Fahrkartenlotterie der Österreichischen Bundesbahnen. Bis 1943 mit
Plakaten nachweisbar. Im Zweiten Weltkrieg gefallen. Mitglied des BÖG.
Erwin Gibson (Lebensdaten unbekannt)
Besuchte die Schule von Ernst Deutsch-Dryden. Von 1927 bis 1929 betrieb er ein
gemeinsames Atelier mit Hermann Kosel. War danach allein tätig.
Walter Harnisch (Wien 30. 5. 1906-?)
Ausbildung an der Wiener Kunstgewerbeschule unter Alfred Roller, Anton Hanak,
Franz Cizek und Berthold Löffler in den Jahren 1923 bis 1928. Schuf für
den Verlag Jugend und Volk in Wien zahlreiche Illustrationen. Des weiteren entwarf
er Ausstellungsbauten sowie Plakate und Prospekte. Um 1954/55 Gründung
eines eigenen Werbeateliers.
Andreas Hemberger (Lebensdaten unbekannt)
Um 1928 in Frankfurt am Main und um 1936 in Berlin ansässig. 1936 auf der
Ausstellung "Deutsche Werbegraphik" vertreten. Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete
er in Österreich. Schuf für den Nationalratswahlkampf 1945 und 1949
Plakate für die Sozialistische Partei sowie Film- und Fremdenverkehrsplakate
in den 50er Jahren.
Walter Hofmann (Olmütz 26. 6. 1906-3.
3. 1975 Wien)
1926-30 Studium an der Wiener Kunstgewerbeschule bei Berthold Löffler.
Um 1932 Mitarbeit im Atelier "FF-Reklame". Gründete um 1930 das "Atelier
Walter Hofmann". Bis 1954 rund 300 Wettbewerbspreise. Entwürfe von Plakaten,
Verpackungen, Firmenmarken, Briefköpfen, Prospekten, Gestaltung von Messeständen.
Mitglied der Wiener Secession und des BÖG. Zahlreiche Staatspreise und
Anerkennungen.
Adolf Karpellus (Neu-Sandez/Galizien
8. 1. 1869-18. 12. 1919 Wien)
Studierte zunächst an der Wiener Akademie bei Christian Griepenkerl und
Josef Mathias Trenkwald, dann in Paris an der Academie Julian. Nach Wien zurückgekehrt,
beschäftigte er sich offenbar unter französischem Einfluß neben
der Malerei sehr intensiv mit der Gestaltung von Plakaten und wurde damit einer
der ersten Spezialisten in Österreich. 1905 Kollektivausstellung seiner
Plakate im Wiener Künstlerhaus, dessen Mitglied er ab diesem Jahr war.
Julius Klinger (Wien 22. 5. 1976-1942?)
Studium am Technologischen Gewerbemuseum. Ab 1895 Zeichner beim Frauenmagazin
"Wiener Mode", später Illustrator bei den "Meggendorfer Blättern".
1896 Übersiedlung nach München, ein Jahr später nach Berlin.
Hier entfaltete er bis 1915 eine rege Tätigkeit im Bereich der Gebrauchsgraphik.
Gemeinsam mit der Druckerei "Hollerbaum und Schmidt" entwickelte er eine neue
Art der funktionellen Plakatgestaltung und errang damit bald internationale
Anerkennung. Nach dem Krieg eröffnete er in Wien ein Atelier für Gebrauchsgraphik,
in dem er auch Kurse für moderne Gebrauchsgraphik abhielt. 1923 Herausgabe
des Musterbuches "Poster Art in Vienna". Gestaltete Plakate, Schutzmarken, Briefpapiere,
Inserate und Schriften. Mitglied des Deutschen Werkbundes. Im Zweiten Weltkrieg
verhaftet und laut Polizeiregister am 2. 6. 1942 nach Minsk abgemeldet, wo er
wahrscheinlich noch im selben Jahr umgekommen ist.
Hermann Kosel (Wien 20. 3. 1896-12. 12.
1983 Wien)
Studium an der Wiener Akademie bei Rudolf Bacher und Ferdinand Schmutzer. Widmete
sich zunächst der Porträtmalerei, später der Gebrauchsgraphik.
Von Julius Klinger als Lehrer an dessen Privatschule für Gebrauchsgraphik
engagiert. Führte zunächst gemeinsam mit Rolf Frey das "Atelier Cosl-Frey".
Die in dieser Zeit entstandenen Plakate zeichnen sich durch einen lapidaren
und monumentalen Flächenstil aus. Von 1927 bis 1929 führte Kosel gemeinsam
mit Erwin Gibson das "Atelier Kosel-Gibson" und war ab 1929 alleine tätig.
1938 ging er in die Schweiz. Bis 1949 lebte er schließlich in Südfrankreich
in Aix-en-Provence, wobei er ausschließlich als Maler tätig war (Landschaften).
Seine gebrauchsgraphische Arbeiten wurden mehrfach ausgezeichnet. Ehrenmitglied
des BÖG.
Hugo Koszler (1899-?)
Arbeitete als Photograph bis etwa 1931 bei der Druckerei Elbemühl und gründete
danach mit Justinian Frisch das Atelier "filiko". Dabei entstanden Arbeiten
für namhafte Firmen wie Semperit, Siemens & Halske, Ankerbrot, Oetker u.
a. Nach 1945 gründete er das "Atelier Koszler", in dem zahlreiche Graphiker
tätig waren
Haimo Lauth (Wien 20. 11. 1931)
Selbständig seit 1955. Von 1961 bis 1964 Mitglied des BÖG.
Rudolf Matouschek (Lebensdaten unbekannt)
Gebrauchsgraphiker, der in der Zeit zwischen 1929 und 1960 mit verschiedenen
Plakaten nachgewiesen ist.
Karl Puchleitner (Wien 11. 2. 1930)
Ausbildung an der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt Wien, seit 1957 selbständig.
In Bremen war er für die Kogge-Werbung tätig. Von 1964 bis 1971 Mitglied
im BÖG.
Victor Theodor Slama (Wien 26. 10. 1890-1.
12. 1973 Wien)
Autodidakt. Wandte sich nach 1918 neben der Malerei verstärkt der Gebrauchsgraphik
zu. Schuf Fimplakate, Buch- und Zeitschriftenillustrationen, gestaltete Ausstellungen
und inszenierte Massenfestspiele und Umzüge für die Sozialdemokratische
Arbeiterpartei, für er auchWahlplakate entwarf. 1945 vom Wiener Bürgermeister
Theodor Körner mit der Gestaltung der antifaschistischen Ausstellung "Niemals
vergessen!" beauftragt. Initiator der Wiener Plakatwerbungsaktion "Galerie der
Straße". Seit 1929 Mitglied des BÖG.
Roman Wachtel (Lemberg 1905-1985 Woodstock/USA
?)
Studierte an der Kunstgewerbeschule bei Oskar Strnad. War danach als selbständiger
Werbegraphiker tätig. Er beteiligte sich regelmäßig an den Ausstellungen
des Hagenbundes und der Secession. Im Jahre 1937 erhielt er den ersten Preis
eines Plakatwettbewerbes der Österreichischen Bundesbahnen. Im Jahre 1938
emigrierte er nach Belgien. 1947 ging er nach New York, wo er als Werbegraphiker
arbeitete. Seit 1965 in Woodstock ansässig, wo er die Woodstock Artist
Association leitete.
Rudolf Wohlfahrt (Wien 13. 4. 1900-1.
5. 1972)
Ausbildung an der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt Wien. Seit 1946 als
selbständiger Graphiker tätig. Betrieb ein Atelier mit Theo Kindel,
tätig im Bereich Werbegraphik und Messebau. Ab 1946 Mitglied des BÖG.