Graphic Design in Vienna
1918-1938

Künstlerbiographie:
 

Victor Theodor Slama (Wien 26. 10. 1890 - 1. 12. 1973 Wien)

Nach dem Besuch der Realschule arbeitete er als Zeichner für technische Betriebe und Druckereien. Beschäftigte sich daneben mit Malerei als Autodidakt und besuchte auch Abendkurse an Kunstschulen. Im Ersten Weltkrieg nach schwerer Erkrankung Leiter einer Umschulungsaktion für Kriegsversehrte. Wandte sich nach 1918 neben der Malerei verstärkt der Gebrauchsgraphik zu. Schuf Plakate, Buch- und Zeitschriftenillustrationen, gestaltete Ausstellungen und inszenierte Massenfestspiele und Umzüge für die Sozialdemokratische Partei. Zwischen 1923 und 1953 entwarf er hauptsächlich für diese Partei eine Fülle wirkungsvoller Wahlplakate. Unter dem Pseudonym A. Malsov gestaltete er nicht weniger als 18 Plakate für die Deutsche Kommunistische Partei im Wahlkampf zur Reichstagswahl 1928. Schuf neben kommerzieller Werbung auch zahlreiche Filmplakate. Von 1938 bis 1945 in der Berufsausübung aus politischen Gründen behindert. Fertigte in dieser Zeit handgemalte Plakate für die Wiener Uraufführungskinos an. Ab 1945 war er Leiter der Berufsgruppe Graphik und angewandte Malerei in der Berufsvereinigung bildender Künstler Österreichs, ab 1945 Mitglied der Wiener Secession, deren Vorstandsmitglied er 1947 wurde.
1945 vom Wiener Bürgermeister Theodor Körner mit der Gestaltung der antifaschistischen Ausstellung "Niemals vergessen"! beauftragt, die 340.000 Besucher zu verzeichnen hatte. In der Folge Organisation und Gestaltung zahlreicher historischer, politischer und künstlerischer Ausstellungen, u. a. 1948 und 1961 zweier internationaler Plakatausstellungen. Initiator der Wiener Plakatwerbungsaktion "Galerie der Straße".
(aus: Bernhard Denscher: Österreichische Plakatkunst 1898-1938. Wien 1992)

Die Österreichische Nationalbibliothek besitzt 39 Plakate von Victor Theodor Slama, der ab 1929 Mitglied des Bundes Österreichischer Gebrauchsgraphiker (BÖG) war.