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1918-1938

Künstlerbiographie:
 

Mihály Biró (Budapest 30. 11. 1886 - 6. 10. 1948 Budapest)

1904-1908 Studium an der Kunstgewerbeschule Budapest bei Imre Simay und Antal Loránfi (Kleinplastik). Studienreisen nach Paris, München, Berlin und Brüssel. 1909 in London Mitarbeit in der "School of Handicraft" und der "Guild of Handicraft" von Charles Robert Ashbee. 1910 Rückkehr nach Ungarn. Anfangs v. a. Karikaturen, Illustrationen und Exlibris. Daneben Skulpturen und Reliefs, auch Entwürfe für Gebrauchsgegenstände. Bald wird jedoch das Plakat zu seinem wichtigsten Tätigkeitsfeld. Große Erfolge mit Werbeplakaten (z.B. Palma Gummi-Sohle, um 1911), Kino- und Presseplakaten. 1911-1913 zahlreiche Wahl- und Antikriegsplakate, u. a. für die Ungarische Sozialdemokratische Partei (USDP). Höhepunkt seiner Plakatkunst ist der Entwurf der überlebensgroßen Figur eines herkulesartigen roten Arbeiters mit Hammer (Plakat für Népszava, 1912; vielfach variiert und Emblem der USDP). 1915-1917 Artillerie-Offizier (u. a. Album von den Kriegsschauplätzen in Serbien, Montenegro, Albanien, Italien und Rußland). 1918-1919 in Budapest während der Räterepublik Organisator für die Dekoration zum 1. Mai. Berufung an die Hochschule der Bildenden Künste als Leiter des Lehrstuhls für Plakatkunst. Teilnahme an den bewaffneten Kämpfen. 1919-1928 Emigrant in Wien. 1920 entsteht die entlarvende Zeichnungs-Serie "Horthy!". Als Gebrauchsgraphiker für verschiedene Firmen tätig (u. a. Muratti, Meinl, Abadie, MEM, Humanic; Film- und Reklameplakate). Daneben Zeichner bei "Die Bühne" und "Die Stunde" sowie für die Sozialdemokratischen Partei Österreichs. Ständige Arbeitskontakte nach Budapest. 1922-1923 Preisträger im Plakat-Wettbewerb der Internationalen Wiener Messe. 1928 Übersiedlung nach Berlin, Anstellung bei der UFA, Zeichner bei "Volk und Zeit" und Plakatgestalter bei der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. 1932 Rückkehr nach Wien. 1934 Flucht über Bratislava und Prag nach Paris, dort Internierung. 1943 Flucht nach Amerika. 1947 Als Schwerkranker Rückkehr nach Ungarn, zeitweise noch Dozent an der HBK Budapest. Von späteren Strömungen unberührt, blieb Biró mit seinen Plakaten im Jugendstil verwurzelt, wobei er die dekorativ-stilisierende Formensprache mit Pathos zu erfüllen verstand.
(aus: Allgemeines Künstlerlexikon)

In der Österreichischen Nationalbibliothek befinden sich 30 Plakate aus seiner Wiener Zeit.