Graphic Design in Vienna
1918-1938
| Künstlerbiographie: | ||
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Joseph Binder (Wien 3. 3. 1898 - 26. 6. 1972 Wien) In Wien 1912-16 Ausbildung als Lithograph und an der Malschule Robert Scheffer;
1920/21 bei Julius Klinger.
Studium: 1922-26 bei Berthold Löffler an der KGS, Wien.
Ab 1924 eigenes Atelier, ebd. Binder entwarf Plakate, Verpackungen, Geschäftsschilder und Signets;
1925 für die Julius Meinl AG Wien tätig.
1933 als Gerichtssachverständiger und Lehrer an der Internat. Kunstschule in Wien aktiv.
1933-35 Gast-Dozent in Amerika; danach Vortragsreise durch Österreich.
Ab 1936 freischaffender Maler und Graphiker in New York;
1944 US-amerikanischer Staatsbürgerschaft. Arbeitete für die Vereinten Nationen und war Industriedesigner,
1948-55 Art Dir. und Designer der US-Navy sowie
1957 an der Hans Hoffmann Art School in Provincetown/Mass. tätig.
1952 Professur vom österreichischen Unterrichtsminister. Die Rückberufung als akad. Lehrer scheiterte mehrmals an finanziellen Schweirigkeiten. Binder wandte sich erst 1962 der Malerei zu. Er erhielt zahlrreiche Auszeichnungen, u.a. 1915 für das Vertex-Glühlampen Plakat; 1926 Österr. Staatspreis; 1939 Baron C.Collier-Med. für Plakatkunst, New York; 1948 Direct Mail Certificate of Merit ebd.; 1950 Ehren-Mitgl. des Bundes Österreichischer Gebrauchsgraphiker; 1969 Ehren-Med. der Stadt Wien in Gold.
In der Lit. z.T. mit Joseph Friedrich August Binder verwechselt. – Binder geht von der Gebrauchsgraphik der Wiener Werkstätte aus, doch erreicht sein Künstler-Sachplakat die Blüte erst nach dem 1.Weltkrieg. Vereinfachte Komp. und geometr. Muster der Wiener Werkstätte sind in Binders Schaffen ebenso festzustellen wie die Reduktion des Kubismus und die Betonung der Diagonale des Konstruktivismus, das asymmetrische Gleichgewicht von De Stijl. Er gestaltet Räumlichkeit durch Farbflächen und nutzt dabei die orthogonale und parallele Perspektive. Seine Bedeutung für die amerikanische Plakatkunst liegt darin, daß er früher als die Konstruktivisten und Bauhaus-Designer in New York Fuß fassen konnte. Nach starkfarbigen Darstellungen amerikanischer Städte von seinem ersten Überseeaufenthalt entstanden später "Bilder der Stille", in der letzten von Binder in Wien arrangierten Ausstellung Nonobjective art "farbige Meditationsmalerei" (W.Mrazek). Wichtige Plakate: für das Musik- und Theaterfest Wien, 1924; Rax-Bahn, 1926/27; Arbeiter-Sport-Klub Österreichs für die 2.Arbeiter-Olympiade, 1931; Nivea-Creme, Wien 1935; Opernball, 1936; Plakat für die Welt-Ausst. in New York, 1939; Pax, Vereinte Nationen, 1948; Answer the call, Amer. Rotes Kreuz, 1952 Join the New Era, US-Navy 1955 u.a. In der Österreichischen Nationalbibliothek befinden sich 60 Plakate von Joseph Binder. |
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