Jürgen Czaschka: Odysseus. 12 Kupferstiche, 1998.
Jürgen Czaschkas Zyklus "Odysseus" entstand 1998, nachdem er sich 1996/97 im Zuge zweier Exlibrisaufträge zum Thema Odyssee intensiv mit dem Epos beschäftigt hatte.
Im Gegensatz zu traditionellen Illustrationen der Odyssee versteht der Künstler seine Graphiken als nonverbales Philosophieren über die Hauptfigur des Epos. Odysseus ist in Czaschkas Lesart der Odyssee nicht der Held einer sagenhaft fernen Zeit, sondern weist mit seinem utilitaristischen Denken und seiner Fähigkeit zur Selbstbeherrschung und Kontrolle seiner Umwelt bis in unsere Gegenwart. Der Künstler fokussiert in seiner Arbeit daher jene Episoden der Odyssee, in denen er das Verhältnis des Helden zum Fremden, Weiblichen und der Macht ausloten und die blutige Geschichte der westlichen Zivilisation skizzieren kann.
In den Blättern des Odysseus-Zyklus geht Jürgen Czaschka über den reinen Linienstich hinaus und experimentiert mit Wiegestahl und Roulette. Die Kupferstichfolge wurde vom Künstler in einer Auflage von 20 Stück gedruckt.