Feministische Theorie und Gender Studies in der systematischen Freihand-Aufstellung wissenschaftlicher Bibliotheken
von
Waltraud Ernst und Heike Merschitzka
Wien/Linz 2000
Projekt im Rahmen der Trainings- und Spezialisierungsphase der Grundausbildung (A1) zum Bibliotheks-, Informations- und Dokumentationsdienst
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
*2 Klassifikationen:
*2.1 Internationale Klassifikationen
*2.1.1 Die DDC
*2.1.2 UDK (Universale Dezimalklassifikation)
*2.2 Deutsche Klassifkationen
*2.2.1 RVK (Regensburger Verbundklassifikation)
*2.2.2 GHB-Systematik (Aufstellungssystematik der Gesamthochschulbibliotheken des Landes Nordrhein-Westfalen)
*2.2.3 Die Bielefelder Systematik
*2.2.4 Bibliographie der ZE Frauenstudien/Frauenforschung an der FU Berlin
*2.3 Kommentar zu den vorgestellten deutschen Klassifikationen
*3 Beispielbibliotheken:
*3.1 Universitätsbibliotheken mit fachlicher Ausrichtung
*3.1.1 Die Hauptbibliothek der Technischen Universität Wien
*3.1.2 Die Universitätsbibliothek Linz:
*3.1.3 Die Bibliothek der Wirtschaftsuniversität Wien:
*3.2 Wissenschaftliche Fachbibliotheken
*3.2.1 Die Bibliothek des Instituts für die Wissenschaften vom Menschen Wien
*3.2.2 Die Bibliothek des Sigmund Freud-Museums Wien
*3.2.3 Die Sozialwissenschaftliche Bibliothek der Arbeiterkammer Wien
*3.2.4 Die Bibliothek des STICHWORT. Archiv der Frauen- und Lesbenbewegung
*4 Terminologische Probleme:
*5 Entscheidungskriterien bei der praktischen Umsetzung der Systematik- bzw. Aufstellungsänderungen
*5.1 Der Aufwand, den die Veränderung verursacht
*5.1.1 Personal:
*5.1.2 Raum:
*5.1.3 Geld:
*5.2 Welche BenutzerInnengruppe versorgt die Bibliothek?
*6 Ergebnisse
*7 Literatur
*8 Anhang: Weitere online-zugängliche Systematiken und Thesauri von Bibliothekskatalogen, Archiven, Dokumentationen und Datenbanken
*
Unser Dank gilt der Projektbetreuerin Frau Dr. Juliane Mikoletzky (TUW), für ihre Bereitschaft, diese Funktion zu übernehmen und ihre engagierte Begleitung unserer Arbeit sowie Frau Helga Klösch-Melliwa (frida), die uns ihren unveröffentlichten Text zur Verfügung stellte. Weiters danken wir Frau Magda Heiner-Freiling (DDB Frankfurt) für das unbürokratisch zugesandte Material und ihre motivierenden e-mails und nicht zuletzt Herrn HR Dr. Kubalek (UBTUW) für den gewährten Einblick in die Regelwerke der Dewey Decimal Classification.
Classification maps our ontological landscapes drawing boundaries, building fences and constructing categories to structure realities.
Hope A. OlsonIn wissenschaftlichen Bibliotheken wurde zum großen Teil nicht von Beginn der umfassenderen Entwicklung Feministischer Theorie / Gender Studies an Publikationen dieser wissenschaftlichen Ansätze in den verschiedenen Disziplinen berücksichtigt. Dies betrifft den Erwerb und daran anschließend die Verfügbarkeit der Bücher etc. für die Benutzerinnen und Benutzer. Zum Teil mag dies aus Unkenntnis eines sich zunächst langsam etablierenden wissenschaftlichen Diskurses geschehen sein oder aus politischer Skepsis gegenüber kritischen Thematisierungen von gesellschaftlich hochbrisanten Topoi. Zum Teil mag es auch in der Prozeßhaftigkeit der (inter-)disziplinären Ausdifferenzierung der Feministischen Theorie / Gender Studies / Frauen- und Geschlechterforschung begründet liegen. Eine Erörterung der Gründe für die Verweigerung des (angemessenen) Ankaufs und der entsprechenden Aufstellung von Publikationen zur Feministischen Theorie / Gender Studies / Frauen- und Geschlechterforschung ist jedoch genauso wenig Thema des vorliegenden Projekts wie die Erörterung der Gründe für einen verspäteten, plötzlichen oder schubweise stattfindenden größer angelegten Ankauf dieser Werke. Dies mag zum Teil in der reinen Quantität, zum Teil in der größeren Sichtbarkeit und Anerkennung Feministischer Theorie / Gender Studies / Frauen- und Geschlechterforschung im wissenschaftlichen Verlagswesen ebenso wie im Wissenschaftssystem insgesamt begründet sein.
In den verhältnismäßig jungen Universitätsbibliotheken Österreichs (UBTUW, UBL, UBWUW) trat die Problemstellung am raschesten zu Tage. Dies könnte folgende Ursachen haben: Erstens verwenden meist erst Bibliotheken neueren Datums eine Freihandaufstellung, da diese Art der Präsentation ja auch entsprechende räumliche und bauliche Voraussetzungen erfordert. Zweitens verwenden, zumindest im wissenschaftlichen Bereich, nur mehr oder weniger spezialisierte Bibliotheken eine Freihandaufstellung, da der Platz in einer Universalbibliothek dafür meist nicht ausreicht. Drittens vermuten wir, daß durch diese Spezialisierung der Bedarf an größerer inhaltlicher Erschließungstiefe generell mehr im Vordergrund steht und Defizite auf diesem Gebiet schneller evident werden. Von allen drei Bibliotheken dieser Gruppe kamen Impulse zu dieser Arbeit bzw. wurde uns aktiv Interesse bekundet.
Ziel des vorliegenden Projekts ist zunächst eine Bestandsaufnahme der systematischen Freihand-Aufstellung von Feministischer Theorie und Gender Studies in wissenschaftlichen Bibliotheken in Österreich. Hierbei unterscheiden wir Universitätsbibliotheken mit fachlicher Ausrichtung von wissenschaftlichen Fachbibliotheken. Für die Analyse, Bewertung und im Hinblick auf eine Modellbildung werden via Internet Systematiken aus größeren deutschen Universitätsbibliotheken mit Freihand-Aufstellung sowie die wichtigsten internationalen Klassifikationen hinzugezogen und hinsichtlich unserer Fragestellung untersucht und dargestellt. Das Projektziel geht insofern über eine Bestandsaufnahme hinaus als wir für die Problemstellung sensibilisieren möchten und Kriterien, Anregungen und Entscheidungshilfen für eine sinnvolle systematische Aufstellung von Feministischer Theorie und Gender Studies erarbeiten wollen.
Als erschwerender Faktor für die Klassifikation bzw. Systematisierung dieser Bibliotheksbestände kommt sicherlich hinzu, daß Forschungen und in der Folge die Veröffentlichungen in diesem Bereich häufig transdisziplinär angelegt wurden und bis heute werden. Dadurch trifft die - wenn nun auch schon etwa 30jährige - Neuheit des Diskurses auf die grundsätzliche Schwierigkeit, interdisziplinäre Forschungsliteratur in eine Aufstellungssystematik zu integrieren, in welcher ja nur ein Standort möglich ist. Außerdem soll bewußt gemacht werden, daß Regelwerke durch ihre Art der Gliederung des wissenschaftlichen Fächerkanons unsere eigene Grenzziehung schleichend beeinflussen.(s. Kapitel Klassifikationen) und es nicht so leicht ist, dagegen vorzugehen.
Die Einordnung des Begriffsfeldes Feministische Theorie / Gender Studies / Frauenforschung innerhalb des wissenschaftlichen Fächerkanons wird in den im Bibliothekswesen existierenden Universal-Klassifikationen wiedergegeben und übt durch ihre Umsetzung auf die Aufstellung direkten Einfluß auf die praktische Handhabung der Bestände und somit auf die gesamte wissenschaftliche Arbeit aus. Im Rahmen eines Forschungsprojekts entwarf die Bibliothekswissenschaftlerin Hope A. Olson das Diagramm, das wir auf der Titelseite unserer Arbeit abgebildet haben und erklärt dazu ihre Überlegungen zur kulturellen Determinierung von Klassifikationen:
The three circles with coloured lines represent three aspects of dominant western classificatory thought and practice. The philosophy of classification from classical Greek thought to the present is the metaphysical foundations of organizing knowledge. Library classification has its own set of principles which have evolved mainly over the last 150 years a modern invention. Social and other disciplinary classifications are ubiquitous and varied from biological taxonomies to human resource management classifications to film ratings. This project will explore the defining parallels of these three domains. To demonstrate that they are culturally constructed I will explore a fourth domain, the knowledge organizations of radically different cultures indigenous knowledge organizations.
Die unter den Voraussetzungen der hier skizzierten "three domains" entstandenen Klassifikationen bilden das erste Ausgangsmaterial dieser Arbeit. Es werden vorwiegend Klassifikationen berücksichtigt, die bereits als Aufstellungssystematik entwickelt wurden bzw. häufig dafür eingesetzt werden.
Berücksichtigt werden die aktuellsten Ausgaben der genannten Universal-Klassifikationen, soweit deutschsprachige Editionen vorliegen oder, wie im Fall der DDC, gerade in Ausarbeitung sind, da nur sie tatsächlich in der deutschsprachigen Bibliothekslandschaft umgesetzt werden können.
"Man sollte künftig grundsätzlich zwischen einer klassifikatorischen Erschließung für Aufstellungszwecke und einer für Retrievalzwecke unterscheiden
Bei der großen Diskussion um den Einsatz von Klassifikationen ist heute üblicherweise eine Form der normierten Beschlagwortung gemeint, die sich besonders für den Einsatz in EDV-Katalogen eignet. Die bedeutenden Universalklassifikationen der Bibliothekswissenschaft, alle schon lange vor dem Computerzeitalter entworfen, erleben eine große Renaissance und werden heute für die Bedürfnisse des Online-Retrievals nachjustiert, wobei man hofft, mit ihrer Hilfe dem drohenden Informationskollaps entgehen zu können. Der große Vorteil liegt dabei in der Eindeutigkeit und Kürze der in Zahlen ausgedrückten Notation gegenüber der verbalen inhaltlichen Erschließung. Eindeutigkeit deswegen, weil, unabhängig von der verwendeten Sprache, derselben Notation immer dieselbe Bedeutung zukommt und sich so Konkordanzen zwischen verschiedenen Katalogsystemen herstellen lassen, sofern sie dieselbe Klassifikation verwenden. Kürze ist wichtig, weil eine Notation in der Regel mit weniger Zeichen auskommt als ihr natürlichsprachliches Pendant, daher benötigt sie weniger Speicherplatz und ermöglicht schnellere Übertragungszeiten - wie man weiß, ein wichtiges Faktum in Zeiten internationaler Vernetzung.
Wenn in dieser Arbeit auch ausschließlich die Verwendung einer Klassifikation als Aufstellungssystematik behandelt wird, muß doch erwähnt werden, wie positiv sich diese neuerliche intensive Auseinandersetzung des Bibliothekswesens mit dem Thema Universalklassifikation auch auf die Aufstellungssystematiken auswirken könnte. Den frischen Wind, der bei der Überarbeitung von Strukturen und der Aktualisierung der Terminologie entsteht, gilt es zu nutzen.
Internationale Klassifikationen Die DDC
(http://www.oclc.org/dewey/about/about_the_ddc.htm)
Schema unter http://ivory.lm.com/~mundie/DDHC/4-digit_DDC.html
Die DDC wurde bereits 1873 von Melvil Dewey entworfen. Sie ist eine Universalklassifikation, die besonders im englischen Sprachraum verwendet wird. Ca. 85% aller amerikanischen Bibliotheken verwenden die DDC, nimmt man davon die public und school libraries aus, ergibt das unter den wissenschaftlichen Bibliotheken eine Verbreitung von knapp 25%. Mittlerweile ist die DDC bei der 21. Edition angekommen, sie liegt auch in einer Windows-Version vor und gilt als die Klassifikation mit der weltweit größten Verbreitung. Auch im Internet findet die DDC erste Verwendung. Sie wurde bisher in 30 Sprachen übersetzt und wird, nach einer Erhebung 1991, in 200.000 Bibliotheken in 135 Ländern verwendet und für die Gliederung von 58 Nationalbibliographien (darunter die der LOC) eingesetzt. Da noch keine vollständige deutsche Übersetzung existiert, ist die DDC im deutschsprachigen Bereich kaum verbreitet, jedoch liegen mit der DDC erschlossenen Fremddaten der LOC und der BNB in deutschen Bibliotheksverbünden vor.
Relevante Hauptgruppen sind vor allem 155 und 305.
[100 Philosophy ]
155 Psychology
155.3 Sex psychology and psychology of the sexes
155.332 Masculinity
155.333 Femininity.
Presumed distinctive characteristics of females, whether overtly sexual or not.155.4 Child psychology
155.43 Children by sex.
Class here sex psychology of children.155.432 Boys
155.433 Girls
155.5 Psychology of young people twelve to twenty
155.53 Young people twelve to twenty by sex.
Class here sex psychology of young people twelve to twenty.155.532 Males twelve to twenty
155.533 Females twelve to twenty
155.6 Psychology of adults
155.63 Adults by sex.
155.632 Men
155.633 Women
155.64 Adults by status, type, relationships
155.642 Single status
155.642 2 Men
155.642 3 Women
155.643 Divorced status
155.643 2 Men
155.643 3 Women
155.644 Widowed status
155.644 2 Men
155.644 3 Women
155.645 Married status
155.645 2 Men
155.645 3 Women
155.646 Parents
155.646 2 Fathers
155.646 3 Mothers
305 Social sciences
305.3 Men and women.
Class here interdisciplinary works on sex role, the sexes, gender identity; adult men and women305.31 Men.
Class here interdisciplinary works on men, on males.305.32-.38 Specific aspects of sociology of men
305.4 (!) Women.
Class here interdisciplinary works on women, on females.[.408] History and description with respect to kinds of women
Do not use; class in 305.43-305.48
305.42 Social role and status of women
standard subdivisions are added for either or both topics in heading.
Class here discrimination against women, women's movements
[ Anm.d.V.: Im Register finden sich unter 305.42 Begriffe wie Feminism. Social aspects oder Feminists. Feminist views sind hingegen mit dem Kürzel 082 nach der Zusatztafel T1 in Form einer Zusatznotation anzugeben.]
305.43 Women's occupations
305.48 Specific kinds of women
305.486-.488 Women belonging to specific religious, language, racial, ethnic, national groups
Add to base number 305.48 the numbers following 305 in 305.6-305.8*, e.g., English-speaking women of South Africa 305.48721068
[* Anm.d.V.: 305.6 religious groups, 305.7 language groups, 305.8 racial, ethnic, national groups]
305.489 Miscellaneous groups
Limited to groups provided for here
Add to base number 305.489 the numbers following 305.90 in 305.904-305.906*, e.g., widows 305.489654
[Anm.d.V.: Bei 305.904-906 handelt es sich um Untergruppen von 305.9 Occupational and miscellaneous groups]
Auf der Hilfstafel T7. Groups of Persons exisitiert noch zusätzlich folgende Zusatznotation:
-04 Persons by sex and kinship characteristics
-041 Males
-042 Females
Diese Hilfstafel soll aber bei der nächsten Auflage der DDC, die voraussichtlich 2003 erscheint, entfallen und in die entsprechenden Hauptklassen integriert werden.
Eine weitere Zusatznotation bietet sich durch die Hilfstafel T1: -08 History and description with respect to kinds of persons.
Die DDC in deutscher Sprache ist zur Zeit noch im Entstehen. Eine Fertigstellung ist für das Jahr 2003 geplant. Da die DDC und die dazugehörige deutschsprachige Terminologie in unseren Breiten möglicherweise die führende Universalklassifikation der Zukunft werden könnte, muß auf deren Entwicklung vielleicht die größte Aufmerksamkeit gelegt werden. Hier werden zukunftsweisende Standards gesetzt, die nachhaltige Auswirkungen haben werden
Die DDC greift also Geschlechterdifferenzen ansatzweise in den unterschiedlichsten Systematikgruppen (man könnte auch noch Bereiche der Medizin und Religion dazuzählen) auf, widmet aber der Feministischen Wissenschaft keine eigene Haupt- oder Untergruppe - im Gegensatz zur folgenden Klassifikation.
Dieses Forschungsprojekt der amerikanischen Bibliothekswissenschafterin Hope A. Olson setzt sich bereits mit den realen Möglichkeiten einer Erweiterung der DDC auseinander. Durch die Verlinkung des Women΄s Thesaurus, eines weitverbreiteten feministischen Normvokabulars, mit der DDC und vor allem durch die technische Realisierung dieses Vorhabens verwischt Olson erstmals die Grenzen der einflußreichsten Bibliotheksklassifikation unserer Zeit. Aber sie geht in ihren Absichten noch weiter: Once all of the links are complete we will move on to the next phase of the project which will develop ameliorative strategies at the "global," "regional," and "local" levels. In ihrem Projektbericht setzt Olson sich ein direktes Interface ihrer femDDC mit der neuesten Edition von "Dewey for Windows" zum Ziel, um so Verbesserungen der Klassifikation auf globaler Ebene erreichen zu können.
Schema der Hauptgruppen unter
http://www.udcc.org/scheme.htmHauptabteilungen deutsch:
http://www.darmstadt.gmd.de/~ferber/vorlesung/framevor/book_1.part_2.chapter_4.section_4.subdiv1_1.figure-block_1.htmlDie Kategorie 396 "Feminism" beherrscht hier das Feld, in der deutschsprachigen Ausgabe übersetzt mit dem Terminus "Frauenbewegung".
Frauenfrage. Stellung der Frau
.1 Frauenemanzipation
.2 Frau und Recht
.4 Frauenerziehung
.5 Frauenarbeit
.6 Stellung der Frau in der Familie
.9 Frau und Politik
Zusätzlich findet sich bei I. "Allgemeine Anhängezahlen" in der Hilfstafel I k. "Personen"
unter der Notation -05 (gesprochen Strich Null Fünf), ähnlich wie bei der DDC, folgende Unterteilung.
-055 nach dem Geschlecht
-055.1 Männer
-055.2 Frau
-055.25 Frauen ohne Kinder
-055.26 Frauen
Deutsche Klassifkationen RVK (Regensburger Verbundklassifikation)RVK-online: http://www.bibliothek.uni-regensburg.de/Systematik/systemat.html
Die für den gesamten süddeutschen Raum bestimmende RVK ist eigentlich eine Abwandlung der Systematik der Library of Congress und entstand 1964.
MN - MW Soziologie
MS Spezielle Soziologien
MS 3000 - MS 3200 Soziologie der Frau
MS 3000 Frau, allgemeines
MS 3050 Frau im Beruf
MS 3100 Frau in der Politik
MS 3150 Frauenbewegung
MS 3200 Frauenrecht, Gleichberechtigung
(Emanzipation)
Für eine Aufstellungssystematik geht diese Klassifikation viel zu sehr ins Detail. Es ist beinahe unmöglich, bei dieser Unzahl von Unterhierarchien alle Aspekte der Feministischen Theorie / Gender Studies / Frauenforschung ausfindig zu machen und die unübersichtliche Web-Edition trägt leider auch nicht zu mehr Übersicht bei. Darüber hinaus werden trotz aller Detailliertheit wichtige Gebiete, wie z.B. der Bereich der Feministischen Philosophie nicht abgedeckt. Auch das Verhältnis Philosophie - Soziologie ist veraltet abgebildet, bedenkt man, daß die Entstehung dieser Klassifikation erst mit 1965 (UB Regensburg) bzw. 1970 (Verbund) anzusetzen ist.
Bereich Frauenforschung siehe:
http://www.hbz-nrw.de/arbeitverbund/ghb-sys/node806.htmlEine viel besser anwendbare Lösung findet die GHBS. Sie wurde in den Jahren 1972-1975 als reine Aufstellungssystematik entwickelt und gliedert sich in 34 Klassen.
Sie berücksichtigt auch relativ neue Bereiche und verliert trotzdem nicht an Übersichtlichkeit.
Erwähnung verdient allerdings die Einordnung des Bereichs Frauenforschung in die Gesamtstruktur
58 Naturwissenschaften allgemein (Nat) STA-SZZ
61 Mathematik (Mat) TAA-TSZ
64 Informatik (Inf) TTA-TZZ
67 Physik (Phy) UAA-UMZ
70 Chemie (Che) UNA-UZZ
73 Astronomie (Ast) VAA-VHZ
75 Biologie (Bio) VNA-VTZ
77 Medizin (Med) VUA-VZZ
79 Technik allgemein (Tec) WAA-WHZ
82 Architektur. Bauingenieurwesen. Vermessungswesen (Arc) WSA-XHZ
85 Maschinenbau (Mas) XIA-XUZ
88 Elektrotechnik (Ele) XVA-YHZ
91 Sonstige Gebiete der Technik (Sgt) ZEA-ZWZ
94a Siegerland und Nachbargebiete (Sie) ZXAA-ZXZ
94b Frauenforschung (Fra) ZYA-ZYZ
94c Turkologie (Tur) ZXA-ZYZZ
Schlüssel mit Geltung für mehrere Systematiken
Sonderstandorte ZZV-ZZZ
Interdisziplinärer Anhang 58 Naturwissenschaften allgemein (Nat) STA-SZZ
Hier wurde sichtlich alles später Hinzugekommene an deren Ende in die Klassifikation hineingepreßt, ohne daß auf den sonst nachvollziehbaren Zusammenhang bzw. Übergang der Disziplinen Rücksicht genommen wurde.
Im Bereich 94b Frauenforschung (Fra) ZYA-ZYZ selbst finden sich die unterschiedlichsten Aspekte nebeneinander. Trotzdem ist die Trennung der Bereiche klar erfaßbar und eine Unübersichtlichkeit und Redundanz wie bei der RVK entsteht nicht.
Eine inhaltlich vergleichbare Lösung wie die GHBS findet diese Systematik.
Fachgebiet Frauenforschung siehe:
http://www.ub.uni-bielefeld.de/netacgi/opacsyst?05Ihr absoluter Nachteil liegt aber in der Komplexität des sogenannten Systematikbaums, d.h. in der nicht aussagekräftigen Notationsbildung (z.B. AR für Frauenforschung) und deren verwirrender Abbildung im WWW (rote und blaue Punkte). Eine Informationsseite, die den Aufbau und die Verwendung der Systematik erklären soll, bringt ebenfalls wenig Hilfe:
http://www.ub.uni-bielefeld.de/databases/opac/systinfo.htmlMit Hilfe der Ausdrücke "Vorhergehende bzw. Nachfolgende Systemstelle" "browst" man nämlich sowohl durch die einzelnen Fachbibliotheken, als auch durch die Systemstellen der Systematik. Das Retrieval gleicht so bald einem desorientierten Web-Surfing.
In den vorgestellten Klassifikationen wird zwar zum Teil schon der Relevanz von Geschlechterdifferenzen in bestehenden Gesellschaften Rechnung getragen, nicht aber der wissenschaftlichen Kritik an deren hierarchischer Strukturierung oder deren binärer dichotomer Setzung. Die Regensburger Verbundklassifikation weist unter den speziellen Soziologien eine Systematikstelle "Soziologie der Frau", unterteilt in "...-allgemeines", "...-im Beruf", "...-in der Politik", "...-bewegung" und "...-recht" auf und zusätzlich eine "Geschlechtersoziologie", die in ihren Untergruppen vier verschiedene Themen zur Sexualität unterscheidet. Dabei macht ein Recherche-Test deutlich, daß die meisten Werke zur Feministischen Theorie / Gender Studies / Frauenforschung unter der Systematikstelle "Frau, allgemeines" zu finden sind. Das bedeutet, daß die Regensburger Verbundklassifikation ein systematisch geordnetes Recherchieren von wissenschaftlichen Beständen zur Feministischen Theorie / Gender Studies / Frauenforschung praktisch nicht ernöglicht.
Etwas differenzierter sind die Systematiken der "ZE Frauenstudien/Frauenforschung" der FU Berlin mit 17 Gruppen, der "Frauenforschung (94b)" der GHB-Systematik mit 21 Gruppen und der "Fachbibliothek Frauenforschung (FB 05)" der Bibliothek der Universität Bielefeld mit 19 Gruppen. Hier werden Feministische Theorie / Gender Studies / Frauenforschung in einigen Wissenschaftsdisziplinen aufgeführt, insbesondere Geschichte, Rechtswissenschaft, Ästhetik/Kunst, Politik(wissenschaft), Bildung/Erziehung/Sozialisation tauchen als Systematikstellen auf. In der GHB-Systematik ist die Geschichte zeitlich und geographisch sogar in vier Gruppen unterteilt. "Körper und Seele" bzw. "Körper und Psyche" werden offenbar in allen drei Systematiken als transdisziplinäres Thema verstanden, ebenso "Frauenbewegung", "Frauenarbeit" bzw. "Beruf und Arbeit" und "Schwangerschaft/Mutterschaft". Die Bielefelder und die GHB-Systematik haben eine spezielle Stelle zu "Gewalt gegen Frauen" bzw. "Gewalt, Diskriminierung" sowie zu "Ehe und Familie". Die Systematik der FU Berlin enthält eine Stelle zu "Geschlechtsspezifische Sozialisation". Die GHB-Systematik verfügt über eine Stelle zu derart weitgreifenden Topoi wie "Feministische Theorien", die der FU Berlin über "Theorien zur Weiblichkeit/Männlichkeit". Nur in der Bielefelder Systematik ist eine Stelle zu "Natur, Technik, Umwelt" und "Frauen und Philosophie" aufgeführt.
Diese wenigen Beispiele zeigen schon, daß die Systematiken in den wissenschaftlichen Bereichen differenzierter sind, in denen schon Anfang der 1980er Jahre umfassende Literaturbestände der Feministischen Theorie / Gender Studies / Frauenforschung vorzufinden waren. In später entwickelten Forschungsbereichen sind die Mängel der systematischen Gliederung größer. Generell wird eine sehr geringe Einheitlichkeit der Benennung und der Gliederung deutlich. Dies weist auf einen dringend notwendigen Bedarf an Überarbeitung der bestehenden Systematiken zur Feministischen Theorie / Gender Studies / Frauenforschung sowohl hinsichtlich einer Ausdifferenzierung und Erweiterung als auch in Bezug auf eine Vereinheitlichung. Auf die terminologischen Probleme wird im entsprechenden Abschnitt eingegangen.
Beispielbibliotheken:In Österreich gibt es keine großen Universalbibliotheken, die eine Freihandaufstellung anbieten. Die nächste Gruppe bilden kleinere, teilweise spezialisierte Universitätsbibliotheken, die bereits über die baulichen Voraussetzungen für eine Freihandaufstellung verfügen.
Universitätsbibliotheken mit fachlicher Ausrichtung Die Hauptbibliothek der Technischen Universität WienDie Universitätsbibliothek der Technischen Universität Wien stellt ca. 1 Million Bücher und ca. 2.700 Fachzeitschriften in einer Hauptbibliothek und Abteilungen ihren Benutzerinnen und Benutzern zur Verfügung. Seit der Übersiedelung der Hauptbibliothek in das eigens für eine Freihandaufstellung errichtete Gebäude 1987 ist ein Großteil der Literatur in Freihandbereichen direkt und ohne Bestellvorgang zugänglich. Der Schwerpunkt liegt auf naturwissenschaftlich-technischer Literatur, aber auch deren Randgebiete sind zum Teil vertreten. Seit dem Umzug der Hauptbibliothek wird mit einer Freihandsystematik der TU München gearbeitet, die den Erfordernissen der TU Wien angepaßt wurde und wird. Bis zum Herbst 1999 gab es 18 Fachgruppen. Die nicht sehr umfassenden Bestände zur Feministische Theorie / Gender Studies / Frauen- und Geschlechterforschung wurden in der Fachgruppe Soziologie (SOZ) aufgestellt:
SOZ: 430 Medizinsoziologie, Gesundheitssoziologie
SOZ: 440 Freizeitsoziologie
SOZ: 450 Soziologie der Frau, Frauenforschung; Feminismus
hier: Feministische Theorien und Literatur aller Art
SOZ: 460 Soziologie der Sexualität
SOZ: 470 Völkerkunde, Ethnologie, Ethnographie, social anthropology
Aus Anlaß einer umfangreichen budgetären Zuweisung für den Ankauf von Publikationen aus dem Bereich Feministische Theorie / Gender Studies / Frauen- und Geschlechterforschung wurde in Frage gestellt, ob diese Literatur weiterhin im Bereich SOZ: 450 aufgestellt werden sollte, oder entsprechend ihrer disziplinären Orientierung Titel wie "Feminist Geography" nicht bei den Geowissenschaften (GEO) zugeordnet werden sollten im Sinne der Sichtbarkeit womöglich unter einer eigenen Untergruppe wie z. B. "Feministische Perspektiven". In verschiedenen Gesprächen mit den Verantwortlichen (unter Beteiligung der Projektnehmerinnen) ergab sich eine Entscheidung gegen eine solche Neuordnung mit der Begründung eines zu großen Aufwandes und für eine Einführung einer 19. Fachgruppe "Feminismus, Frauenforschung, gender studies" im Dezember 1999. Damit konnte wenigstens der Sichtbarkeit, des Umfangs und der Relevanz von wissenschaftlichen Untersuchungen mit diesem Ansatz für die Naturwissenschaften und Technologie Rechnung getragen werden. Der Arbeitskreis für Gleichbehandlungsfragen hat sich bereit erklärt, daran mitzuarbeiten, eine systematische Differenzierung dieser Fachgruppe zu erstellen.
Die Universitätsbibliothek Linz wurde 1965 gegründet und übersiedelte 1984 in das jetzige Gebäude, wo ca. ein Drittel des Bestandes der Hauptbibliothek (etwa 120.000 Bände) in Freihandaufstellung zugänglich ist. Der Bestand umfaßt Literatur zu den Sammelgebieten Rechtswissenschaften, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften und Technik und Naturwissenschaften und wird ergänzt durch Titel jeden Inhalts, die durch das Pflichtrecht für Oberösterreich an die Bibliothek kommen. Im Rahmen der Inhaltlichen Erschließung wird seit Bestehen der neuen Bibliothek neben der Beschlagwortung nach RSWK für die Werke der Freihandaufstellung und der Lehrbuchsammlung der Hauptbibliothek von den FachreferentInnen eine Dezimalklassifikation vergeben, nach der auch die Aufstellung erfolgt. "Aus Gründen der hohen Flexibilität haben wir die Dezimalklassifikation als Aufstellungssystematik gewählt. Nach dem Beispiel der ETH Zürich haben wir dazu ein Register erstellt, in dem viele der "umständlichen" oder in unserem Sprachgebrauch unüblichen Formulierungen der DK "umgetauft" wurden, ..."
Was den Bestand an Feministischer Theorie und Gender Studies der Hauptbibliothek betrifft, wird bisher hauptsächlich mit einer einzigen Systematikstelle gearbeitet, die sich innerhalb der Gruppe der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften befindet. Durch die fehlende Untergliederung wurde diese Kategorie im Laufe der Jahre zu einer Art Sammelstelle für Titel unterschiedlichster Disziplinen, sofern sie nur irgendeinen "Frau-Bezug" aufwiesen.
z.B.:
3 Soziologie
396(091) Frauenbewegung (Geschichte)
396(...) Frauenbewegung (Einzelne Länder)
396.5 Frauenarbeit
Durch die bevorstehende Gründung eines Universitätsinstitutes für Frauen- und Geschlechterforschung ist ein weiterer Zuwachs an Gender Studies-Literatur zu erwarten. Daher wird eine Verbesserung der Aufstellungs-Systematik für diesen Fachbereich angestrebt.
http://www.wu-wien.ac.at/bib/wubib.htmlDiese große Spezialbibliothek übersiedelte 1982 in ihre jetzigen Räumlichkeiten und verwendet für ihre weitläufige Freihandaufstellung eine sehr grobe selbsterstellte Systematik. Die Bücher sind zudem am Rücken farblich entsprechend ihrer Aufstellung gekennzeichnet. Es exisitiert keine eigene Systematikgruppe für Feministische Theorie bzw. Gender Studies, der gesamte Bestand dieser Themengruppe wird unter "Soziologie" geführt und aufgestellt.
Aufstellungssystematik mit 63 gleichwertigen Gruppen:
http://www.wu-wien.ac.at/bib/aufsys/aufsys.htmlAuch in dieser Bibliothek wurde der Entwicklung einer Aufstellungssystematik für Bestände aus dem Bereich Feministische Theorie / Gender Studies / Frauenforschung großes Interesse entgegengebracht.
Wissenschaftliche Fachbibliotheken Die Bibliothek des Instituts für die Wissenschaften vom Menschen Wien
Die Bibliothek des Instituts für die Wissenschaften vom Menschen (IWM) umfaßt mehr als 30.000 Bände, hinzu kommen 260 Periodika. Die Schwerpunkte der Sammlung entsprechen weitgehend den Forschungs- und Programmschwerpunkten des Instituts. Diese sind Politische Philosophie des 19. und 20. Jahrhunderts, Gender Studies, Politische und gesellschaftliche Transformation in Mittel- und Osteuropa, Europäische Zeitgeschichte und das philosophische Werk Jan Patockas. Darüber hinaus verfügt die Bibliothek über zahlreiche Nachschlagewerke und Wörterbücher, wie sie insbesondere für Übersetzungen erforderlich sind, sowie über eine Reihe von Referenzwerken auf CD-ROM. Der Bestand wird durch einen über das institutseigene Netzwerk zugänglichen elektronischen Katalog erschlossen, der neben den Buchtiteln auch die Einzelartikel erfaßt. Es handelt sich um eine Präsenzbibliothek, die in erster Linie den am IWM arbeitenden WissenschafterInnen dient, aber auf Anfrage auch allgemein zugänglich ist. Die Freihandaufstellung ist auf der Grundlage der Allgemeinen Systematik für öffentliche Bibliotheken geordnet, die jedoch entsprechend den wissenschaftlichen Schwerpunkten der Bibliothek nach Bedarf modifiziert wurde und wird.
Für das Projekt hier entscheidend ist die Repräsentation der umfassenden feministischen Bestände in die Aufstellungs- und Recherche-Systematik. Diese werden entsprechend der modifizierten Allgemeinen Systematik für öffentliche Bibliotheken systematisch erfaßt und zusätzlich mit einem "X" als Präfix gekennzeichnet (Ein ähnlich umfassender Bestand von Büchern in polnischer Sprache sind mit einem Präfix "P" gekennzeichnet). Für die Freihandaufstellung der Bücher ist dieses "X" entscheidend, insofern alle Werke mit "X" innerhalb der Bibliotheksräume separat aufgestellt werden, allerdings entlang derselben systematischen Ordnung wie der andere Bestand. Dies ermöglicht BenutzerInnen, die im Bereich der Gender Studies forschen, ein ebenso thematisch gegliedertes Recherchieren am Regal, wie denjenigen in anderen Bereichen, bzw. ermöglicht es Personen, die zu einem bestimmten Thema forschen und auch eine feministische Perspektive dazu berücksichtigen wollen, ein rasches Auffinden der einschlägigen Werke an der entsprechenden Systematik-Stelle. Nachteil ist sicher, daß bei einer Recherche ohne feministischem Interesse kein zufälliges Entdecken eines Werkes aus feministischer Perspektive möglich ist, da diese nicht zwischen den anderen gemischt stehen. Im Fall der Bibliothek des IWM wäre eine solche Aufstellung sicher eine Möglichkeit gewesen, da von Anfang des Bestandsaufbaus an (1982) feministische Theorie angeschafft wurde. Auf diese Möglichkeit wurde zugunsten der größeren Sichtbarkeit von Büchern aus diesem Bereich verzichtet.
Die Bibliothek des Sigmund Freud-Museums wurde 1972 gegründet und umfaßt ca. 20.000 Bände, darunter einen umfangreichen antiquarischen Bestand und Erstausgaben, hinzu kommen über 60 Periodika und eine Separata-Sammlung. Der Schwerpunkt der Sammlung ist die Psychoanalyse Sigmund Freuds und deren internationale Weiterentwicklungen in Theorie und Praxis, jedoch umfaßt sie auch Wissenschaftsgeschichte der Psychoanalyse und Werke aus angrenzenden wissenschaftlichen Gebieten. Der Bestand ist durch einen Nominal- und Schlagwortkatalog im Zettelkasten-Format erschlossen, wobei seit 1997 in einem EDV-Bibliotheksprogramm LARS II die Bibliotheksbestände elektronisch erfaßt werden. Inhaltlich werden die Bücher und Separata über eine vom Sigmund Freud-Museum erarbeitete Fachsystematik und Fachschlagwortliste, die beide 1997 überarbeitet wurden, erschlossen. Die Bibliothek ist eine öffentlich zugängliche Präsenzbibliothek mit beschränkten Entlehnmöglichkeiten für Mitglieder und systematischer Freihand-Aufstellung.
Ebenfalls 1997 wurden im Zuge der Überarbeitung Cultural Studies und Lesben- und Schwulenforschung / Queer Theory, Feministische Theorie / Gender Studies als neue Systematikstellen der bestehenden Systematik zugefügt, um einerseits aktuellen Entwicklungen des psychoanalytischen Diskurses Rechnung zu tragen und andererseits dem gesteigerten Ankauf von Titeln insbesondere im Bereich Feministische Theorie / Gender Studies, der bisher in der Systematikstelle Soziologie untergebracht war, einen sichtbareren Raum zu geben. Da mit der EDV-Erfassung ohnehin eine Neuaufstellung der Bestände einhergeht, wird Feminismus / Gender Studies ebenso wie die anderen neuen Systematikstellen ohne größeren Mehraufwand in die Freihandaufstellung eingefügt.
Die Einführung der neuen Systematikstelle Feminismus / Gender Studies hat den Vorteil, daß die psychoanalytische Fachliteratur mit einer feministischen Perspektive leicht sichtbar und auffindbar ist für BenutzerInnen mit einem diesbezüglichen Forschungsinteresse. Der erste Nachteil für eine gesamte und gesonderte Aufstellung ist die mangelnde Differenzierung - so stehen zum Beispiel feministische Untersuchungen zur Hysterie neben solchen zum Verhältnis Analytikerin / Analysandin in der psychoanalytischen Praxis. Als weiterer Nachteil kann betrachtet werden, daß zum Beispiel Bücher mit feministischer Perspektive zur psychoanalytischen Filmtheorie nicht bei der Systematikstelle Filmtheorie stehen, sondern bei Feminismus / Gender Studies, was wiederum den Vorteil der Freihand-Aufstellung, zufällig auf ein Buch zu stoßen, weil es neben einem anderen steht, für die Zugänglichkeit von Werken im Bereich Feminismus / Gender Studies nicht nutzt.
Die bereits seit 1921 bestehende Bibliothek übersiedelte 1960 in das neue Gebäude in der Prinz-Eugen-Straße 20-22. Aus einem Bestand von mittlerweile 400.000 Bänden und ca. 1.200 in- und ausländischen Fachzeitschriften wird aus Platzgründen nur der Anteil an allgemeinen Nachschlagewerken in einer Freihandaufstellung präsentiert. Die dafür von der Bibliothek selbst entwickelte Aufstellungssystematik besteht aus 8 Hauptgruppen (100-800) mit jeweils einer Unterhierarchie.
z.B.:
Dieser Systematik ist besonders deutlich anzumerken, daß sie synchron zur Bestandsentwicklung entstand. Es handelt sich hier um eine sehr grobe Gliederung, die aber durch die Beschränkung auf spezielle Sammelgebiete weitgehend ausreichte. Wie uns von einer Mitarbeiterin versichert wurde, hat auch hier die akute Raumnot eine weiter ausholende Entwicklung der Aufstellungssystematik verhindert.
http://ezines.onb.ac.at:8080/frida/stichwort/Die Bibliothek des STICHWORT. Archiv der Frauen- und Lesbenbewegung umfaßt ca. 8.000 Titel in Form von Büchern und Broschüren, Diplomarbeiten und Dissertationen, feministischen Fachzeitschriften, grauer Literatur und einem Antiquariat. Die Bibliothek wurde als Präsenzbibliothek mit Freihand-Aufstellung und ansprechendem Lesesaal eingerichtet und ist für alle Frauen öffentlich zugänglich. In den letzten Jahren wurde eine einwöchige Entlehnfrist für Bücher eingeräumt. Die Sammlung umfaßt alle Themenbereiche feministischer Forschung und ordnet sie in einer schon bei der Gründung 1982 speziell erarbeiteten Systematik in 26 Sachgebiete:
Geschichte
Theorien und Methoden
Neue Frauenbewegung
Lesben/Lesbenbewegung
Lebensformen/Gesellschaftliche Reproduktion
Gen- und Reproduktionstechnologien
Bevölkerungspolitik/Geburtenkontrolle/Geburtenplanung
Parteien/Bewegungen
Wirtschafts- und Sozialpolitik
Gesetz und Recht
Arbeit
Soziale Beziehungen/Strukturen
Bildung/Erziehung
Sexualität
Gewalt
Körper(Bewußtsein)
Psyche
Religion/Spiritualität
Philosophie
Kunst
Literatur/Sprache
Medien
Umwelt und Technik
Länder/Gebiete/Völker/Kulturen
Allgemeine Nachschlagewerke
Biographisches
Diese Sachgebiete sind ihrerseits stark untergliedert in insgesamt 367 Systematikstellen. Die Bestände sind durch einen Autorinnen-, Titel- und den systematischen Katalog inhaltlich erschlossen und über Zettelkatalog sowie eine EDV-gestützte Literaturdatenbank auffindbar. Aus Platzgründen wird darauf verzichtet, die Bestände systematisch aufzustellen, so daß die Vorteile des thematischen Zusammenhangs am Regal für die Benutzerinnen nicht gegeben sind. Die fortlaufende Aufstellung entlang des Erwerbs ermöglicht lediglich ein rasches Identifizieren der aktuellsten Bestände und Neuanschaffungen, was sich jedoch in dem sich sehr schnell entwickelnden Sammelgebiet der feministischen Forschung durchaus bewährt. Eine differenzierte Recherche bietet nur die Datenbank, die auch kombinierte thematische Recherchen unter Verwendung der Boolschen Operatoren gewährt.
Terminologische Probleme:In der gesamten Inhaltlichen Erschließung spiegelt sich die allgemeine Terminologie-Diskussion dieses Fachgebietes wider. In dem von ihr geleiteten umfangreichen Forschungsprojekt "kolloquiA. Forschungs- und Lehrmaterialien zur frauenrelevanten / feministischen Dokumentation und Information in Österreich" nennt Helga Klösch-Melliwa drei Prinzipien feministischer Inhaltserschließung: Erstens, die sprachliche Sichtbarmachung von Frauen (z. B. durch Geschlechtsspezifikation von Personenbezeichnungen), zweitens die "geschlechtliche" Symmetrie (z. B. "Frau" und "Berufsausbildung" und "Mann" und "Berufsausbildung") und drittens die Ergänzung fehlender Schlagwörter bzw. Systematikstellen (z. B. "Frauenbewegung").
Die geschlechtsneutrale bzw. symmetrische Formulierung der Begriffe kann unter Umständen jedoch mit dem Prinzip der Sichtbarmachung in Konflikt treten. So läßt sich eine Systematikstelle "Frauen und Recht" (vgl. FU Berlin) zwar ohne gröbere inhaltliche Probleme in "Feministische Rechtswissenschaft" umbenennen, wobei damit gleichzeitig eine wissenschaftliche Einordnung erleichtert würde, bei "Staatliche Frauenpolitik" (vgl. FU Berlin) müßte vor einer Umbenennung in "Feministische Politikwissenschaft" jedoch erst der Bestand geprüft werden, ob es sich wirklich (großteils) um staatliche Frauenpolitik aus feministischer Perspektive handelt oder um unbearbeitete Dokumente staatlicher Frauenpolitik.
Ein weiteres Problem kann bei der Arbeit an der Freihandsystematik durch die schnelle Entwicklung der Feministischen Theorie / Gender Studies / Frauenforschung entstehen. Die Aktualität beziehungsweise der Bedeutungswandel bestimmter Begriffe die zum Teil zentrale Inhalte oder Diskurse wiedergeben scheint der in Klassifikationen und Systematiken suggerierten Beständigkeit entgegenzustehen. Dieses Problem teilt die Feministische Theorie / Gender Studies / Frauenforschung zwar mit anderen innovativen wissenschaftlichen Forschungsbereichen wie der Informatik oder der Molekularbiologie, jedoch spricht dies allenfalls für eine Flexibilisierung der Entwicklung von Klassifikationen und Systematiken insgesamt, nicht aber für eine eventuelle Bedeutungslosigkeit des Problems.
Es ist eine erfreuliche Tatsache, daß viele Bibliotheken, die sich durch verschiedene Umstände (neue Studiengänge, neue Institute, Forschungsprojekte etc.) im Laufe der Jahre mit einem wachsenden Bestand an Feministischer Theorie / Gender Studies konfrontiert sehen, diesen in ihre bestehende Aufstellungssystematik integrieren wollen. Wir sind bei dieser Arbeit von den möglichen Überlegungen einer Bibliothek ausgegangen, die eine solche Veränderung anstrebt. Welche Klassifikationen stehen mir überhaupt zur Verfügung bzw. welche Erweiterungsmöglichkeiten bietet die von mir verwendete? Welche Situation herrscht an vergleichbaren Bibliotheken in Österreich? Wie finde ich eine für meine individuelle Situation optimale und auch durchführbare Lösung?
Die Voraussetzungen vom Raumangebot bis zur bestehenden Systematik sind in jeder Bibliothek denkbar unterschiedlich und daher kann eine "Patentlösung" hier nicht helfen. Im folgenden Kapitel werden zwei wesentliche Kriterien ausführlicher dargestellt, die als praktische Entscheidungshilfe dienen sollen.
Der Aufwand, den die Veränderung verursachtDie Ressourcen der Bibliotheken sind meist knapp, die Faktoren Personal, Raum und Geld sind daher bei der Umsetzung unbedingt zu berücksichtigen.
Es ist also von Anfang an mit zu bedenken, welche Form der Veränderung auch praktisch durchführbar ist, denn auch die perfekteste theoretische Lösung verbessert nichts, wenn sie nicht umgesetzt werden kann.
Welche Arbeitsvorgänge sind notwendig?
in der Bearbeitungsabteilung:
in der Benutzungsabteilung:
Wann kann diese Veränderung vorgenommen werden, erfordert sie Schließzeiten?
Auch hier wird die Eingliederung der Bestände an verschiedenen Stellen mehr Aufwand verursachen als die Errichtung einer separaten Systematikgruppe, evtl. sogar in einem eigenen Raum.
Sind diese Aufgaben mit dem vorhandenen Personal durchführbar, oder müssen Überstunden oder der Einsatz von zusätzlichen Arbeitskräften überlegt werden?
Entsteht zusätzlicher Platzbedarf?
Eine Erweiterung der Freihandaufstellung bedeutet immer zusätzlichen Platzbedarf. Evtl. kann er durch die Ausgliederung anderer (z.B. älterer) Bestände ausgeglichen werden.
Bei einer Eingliederung in die vorhandene Systematik ist eher der personelle Aufwand größer, bei Einführung einer neuen Systematikgruppe der Raumbedarf.
Auch die voraussichtliche Bestandsentwicklung ist zu berücksichtigen.
Welche Ausgaben werden notwendig?
Kosten für zusätzlichen Personaleinsatz, bauliche Veränderungen oder Anschaffung von neuen Regalen, Beschriftungs- und Signiermaterial sowie evtl. bibliothekarischen Regelwerken müssen kalkuliert werden.
Welche BenutzerInnengruppe versorgt die Bibliothek?In welcher Weise Feministische Theorie / Gender Studies in der Aufstellung repräsentiert ist, ist nicht zuletzt deshalb so wichtig, weil durch die Art der Aufstellung auch das BenutzerInnenverhalten beeinflußt werden kann. Grundsätzlich ist eine Unterscheidung zwischen rezeptiv und produktiv arbeitenden BenutzerInnen hilfreich.
Die oft zitierte Ghettoisierung dieser Bestandsgruppe ist bestimmt nicht wünschenswert und kann notfalls durch einen Online-Katalog mit entsprechenden Suchmöglichkeiten verringert werden. zB.: die Datenbank "Literatur zur Frauen- und Geschlechterforschung in der Universitätsbibliothek der TU Berlin" des Zentrums für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung:
http://www.kgw.tu-berlin.de/zifg/zentrum/litinfo.html. ErgebnisseFür die praktische Umsetzung müssen folgende Kriterien herangezogen werden: Wie weit kann in die bestehende Systematik eingegriffen werden, ist sie an ein Regelwerk gebunden? Welchen BenutzerInnenkreis hat die Bibliothek? Was bezweckt sie mit der Veränderung der Aufstellung? Welche Ressourcen stehen der Bibliothek für die Veränderung zur Verfügung (Personal, Raum, Geld)? Doch nicht nur die unterschiedlichen Voraussetzungen für die praktische Umsetzung einer systematischen Freihand-Aufstellung von Feministischer Theorie und Gender Studies in wissenschaftlichen Bibliotheken sprechen gegen das Propagieren eines einheitlichen Modells. Die unterschiedliche fachliche Ausrichtung und Schwerpunktsetzung der Bibliotheken stellen einen weiteren Grund dar, von der Entwicklung eines solchen Modells Abstand zu nehmen. Diese fachliche Ausrichtung ermöglicht und erfordert eine unterschiedliche Ausdifferenzierung von Feministischer Theorie und Gender Studies in der jeweiligen Systematik.
Auf der terminologischen Ebene können wir festhalten, daß eine Bezeichnung "Frau in..." oder "Frauen und ..." als begrifflich und historisch veraltet betrachtet werden kann, da es in Feministischer Theorie und Gender Studies längst nicht mehr darum geht, Frauen in Bezug zu einem wissenschaftlichen Gebiet zu setzen. Frauen nehmen inzwischen in allen wissenschaftlichen Bereichen - wenn auch einen nicht für sie vorgesehenen - Platz ein. Feministische Theorie und Gender Studies untersucht vielmehr in allen gesellschaftlichen Bereichen und wissenschaftlichen Gebieten die Funktion der Kategorie Geschlecht und ihrer Verfügbarkeit für soziale und diskursive Macht- und Herrschaftsverhältnisse mit der Intention, diese zu überwinden.
Einige der hier untersuchten Bibliotheken und Klassifikationen bieten bereits interessante Lösungsansätze, andere dagegen veranschaulichen eher eine gewisse Hilflosigkeit, wenn es darum geht, mit bestehenden bibliothekarischen Ordnungen einer sich verändernden Wissens- und Wissenschaftsproduktion zu begegnen. Dieses Problem ist durchaus auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen zu finden, in denen Ordnungen eine wichtige Rolle spielen. Dennoch (oder gerade deshalb) möchten wir mit unserem Projekt Kriterien, Anregungen und Entscheidungshilfen bereitstellen, um im Bereich der systematischen Freihand-Aufstellung von Feministischer Theorie und Gender Studies in wissenschaftlichen Bibliotheken daran mitzuarbeiten, mit - auch politisch brisanten - Veränderungen der sozialen Wirklichkeit offen und konstruktiv umzugehen.
Ahlheim, Dieter; Geisselmann, Friedrich: Frauengerechte Sprache in der Schlagwortnormdatei? Bemerkungen zum offenen Brief von Dagmar Jank. In: Bibliotheksdienst 25(1991)11, S. 1805-1808.
Bauer, Karl-Heinz: Möglichkeiten der Bestandspräsentation an wissenschaftlichen Bibliotheken. Vor- bzw. Nachteile einzelner Präsentationsmodelle unter besonderer Berücksichtigung der Benutzungskomponenten. - Wien, 1997 (Bibliothekarische Hausarbeit) AC02033988
Capurro, Rafael: Hermeneutik der Fachinformation. (Ó 1999)
http://www.capurro.de/hermeneu.html. (Ó 1999)Die Buchaufstellung im Spannungsfeld von Bibliothek, Bibliothekar und Benutzer. - Wien: Vereinigung Österreichischer Bibliothekare, 1985 ( = Biblos-Schriften; 128) AC00213285
Gaus, Wilhelm: Dokumentations- und Ordnungslehre. Theorie und Praxis des Information Retrieval. 3. akt. Aufl. - Berlin: Springer 2000
Heiner-Freiling, Magda: DDB und DDC - Die Deutsche Bibliothek und die Dewey Dezimalklassifikation.
http://www.dbi-berlin.de/dbi_pub/bd_art/bd_art98.htm. In: Bibliotheksdienst 32(1998)12.Heiner-Freiling, Magda: Die Schlagwortnormdatei und die Frauen eine Antwort an Dagmar Jank. In: Bibliotheksdienst 25(1991)11, S. 1808-1811.
Jank, Dagmar: Die Nicht-Gleichbehandlung von Frauen und Männern in der Schlagwortnormdatei ein offener Brief. In: Bibliotheksdienst 25(1991)9, S. 1418-1421.
Klassifikationen für Wissenschaftliche Bibliotheken. Analysen, Empfehlungen, Modelle. - Berlin: Deutsches Bibliotheksinstitut, 1998 ( = dbi-materialien; 175) AC02433404
Klösch-Melliwa, Helga: Frauenrelevante/feministische Inhaltserschließung. In: Projekt kolloquiA. Forschungs- und Lehrmaterialien zur frauenrelevanten/feministischen Dokumentation und Informationsarbeit in Österreich. Bestandsaufnahmen und Erfahrungsberichte von und über frida (=Verein zur Förderung und Vernetzung frauenspezifischer Informations- und Dokumentationseinrichtungen in Österreich). Forschungsbericht an den Jubiläumsfonds der ÖNB, Graz. 1999, S. 398-418.
Klösch-Melliwa, Helga; Zach, Angelika: ThesaurA. Österreichischer Frauenthesaurus. - Wien: Österr. Staatsdruckerei, 1996 ( = Materialien zur Förderung von Frauen in der Wissenschaft; 5) AC01506573
Kortschak, Ulrike: Erstellung eines Freihandkonzeptes und einer Systematik für Sozial- und Wirtschaftswissenschaften unter besonderer Berücksichtigung der bestehenden Struktur der Rechts-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultätsbibliothek der Universität Graz. - Graz, 1994 (Bibliothekarische Hausarbeit) AC01017868
Olson, Hope A. (2000)
http://www.ualberta.ca/~holson/.Olson, Hope A., Ward, Dennis B.: Feminist locales in Dewey's landscape: Mapping a marginalized knowledge domain. In: Knowledge organization for information retrieval: Proceedings of the sixth International Study Conference on Classification Research. - The Hague: International Federation for Information and Documentation 1997, S. 129-133.
Schwendtner, Hermine: Positive und negative Aspekte der Freihandaufstellung in wissenschaftlichen Bibliotheken, dargestellt an der Situation der Universitätsbibliothek Linz. - Linz, 1987 (Bibliothekarische Hausarbeit) AC00985851
Systematik des Frauenarchivs des Instituts für Politische Wissenschaft der Universität Hannover:
http://www.soz.uni-hannover.de/ipol/fa/systemat.htmZentralbibliothek der Fachhochschule Hannover:
http://www.fh-hannover.de/bibl/sysz.htm#SOZFakultätsbibliothek für Sozial- und Wirtschaftswissenschaften an der Universität Innsbruck:
http://ub.uibk.ac.at/fsw/fswas.html#sozThesaurus von Gender INN - Datenbank zur Frauen- und Geschlechterforschung:
http://db.genderinn.uni-koeln.de/cgi-bin/n/suchindex?.htm