Bettina Galvagni
geboren am 26.März 1976 in Neumarkt (Bozner Unterland)
Biographie
Bettina Galvagni ist am 26. März 1976 in Neumarkt geboren. Nach der Grundschule und der Mittelschule in Neumarkt besuchte sie das Humanistische Gymnasium in Bozen, das sie 1995 mit Auszeichnung abschloß.Autobiographisches
Mit 17 Jahren beginnt Bettina Galvagni an ihrem Roman "Melancholia" zu schreiben.
1992 nimmt sie zum ersten Mal am Literaturwettbewerb des Autorenkreises im Südtiroler Künstlerbund und der Zeitschrift Distel teil, wo sie den Preis für die beste Prosa und Lyrik bekommt;
1994 wird sie erneut mit dem Literaturpreis des Südtiroler Künstlerbundes in den Sparten Lyrik und Prosa ausgezeichnet;
Seit 1995 studiert sie an der Universität Wien Medizin und hat nunmehr Wien zu ihrer Wahlheimat gemacht.
1997 nimmt sie als jüngste Schriftstellerin am 21. Ingeborg-Bachmann-
Wettbewerb teil und begeistert die Experten der Jury. Sie erhält für ihren Text "Die letzte Ikone" den mit 100.000 ÖS dotierten Ernst-Willner-Preis;
1998 Verleihung des Rauriser Literaturpreises für ihren Erstlingsroman "Melancholia".
"...Manchmal habe ich das Gefühl, man müsse sich zwischen Leben oder Schreiben entscheiden. Den Satz hat übrigens witzigerweise Sartre gesagt. Und der hat sich überhaupt nicht daran gehalten..."
Bettina Galvagni in einem Interview mit Nina Schröder, Südtirol Profil, Nr. 42, 18. Oktober 1994, S. 45.
Textausschnitt aus dem Roman "Melancholia"
Rezensionen zu "Melancholia"
"...mit 'Melancholia' hat uns die Autorin aus jenem Meer, als das wir uns die Kulturgeschichte mit Hans Blumenberg vergegenwärtigen dürfen, ein wahrlich riesiges Fundstück an Land gezogen. Und in manchem setzt Bettina Galvagni die Traditionen und Übereinkünfte, die diesem Stück innewohnen, (mehr intuitiv als systematisch obzwar) tatsächlich fort.
Feucht, dunkel, schwer hat man sich die Welt der Melancholie über die Zeiten hinweg vorgestellt. Als Krankheitsursache vermutete man eine Verwirrung der Körpersäfte, etwas wie einen Exzeß der schwarzen Galle. Erst Jahrhunderte später setzte sich die - weniger poetische - Einsicht der Psychoanalyse durch, wonach es sich um etwas wie unstillbare Trauer handeln würde.
Das Metall der Melancholie ist das Blei, und ihre große Zeit ist die Nacht. Der Gott, der die Krankheit regiert, ist der griechisch-römische Kronos-Saturn, ein Gott der Ambivalenz, der die eigenen Kinder verspeist und als einsam Gefangener am Ende des Landes und des Meeres haust, gleichzeitig aber auch der Herrscher des Goldenen Zeitalters und als Erfinder von Agrikultur und Städtebau."
Klaus Kastberger in "Ein Köder, der sich selbst lockt" Die Presse, 22. März 1997
"...Galvagni hat ein Gefühl für Farben, Düfte, Gerüche, sie verfügt, wo sie ihre Schwärmerei für überladene, oft schiefe Bilder zügelt, über ein sicheres Gespür für Rhythmus, Phrasierung und Erzähltempo, für den Atem der Sprache. In ihren besten Momenten entwickelt diese Prosa einen Sog, eine Melodik, der man sich schwer entziehen kann. Manchmal gelingen Galvagni wunderbare Formulierungen, Sätze von lyrischer Zartheit: "In der Nacht wird ein Mädchen fischschuppenglänzende Augen haben, und ihre Brüste werden wie Schnee sein, in meinem Reagenzglaskörper."
Da stimmt alles, jedes Wort, selbst bei starker romantischer Stilisierung..."
Günter Kaindlstorfer in "Malina und Magersucht" Falter, Nr. 16, 18.-24. April 1997.
Bettina Galvagni liest aus ihrem Buch "Melancholia"
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